Alle Artikel mit dem Tag ‘Wirtschaft’

Von der Generation Praktikum in die Generation arbeitslose Akademiker?

16. Juni 2009

Ein lesenswerter Artikel auf Spiegel.de von Christoph Titz und Britta Mersch, in dem ich nach jedem Absatz einen Haken machen würde – aus eigenen Beobachtungen und den Erfahrungen im Freundeskreis. Hier ein Auszug:

“Von der Uni kommen sie mit besten Noten plus Praktika plus Auslandserfahrung. Sie haben alles richtig gemacht – und fassen dennoch kaum Fuß auf dem Arbeitsmarkt. Die Wirtschaftskrise trägt viele junge Akademiker aus der Kurve. Dabei sind sie zu fast allem bereit. (…) Aufgewachsen sind die jungen Leute zwischen 20 und 35 Jahren in einer Welt des Wohlstands. Die Sorgen ihrer Eltern in den frühen achtziger Jahren, die Angst vor der atomaren Bedrohung und der Verpestung der Umwelt, waren zu abstrakt für ihre Kinderköpfe, ihre Welt war noch stabil. Als sie klein waren, bekam die Generation der heutigen Studenten und Berufseinsteiger zu Weihnachten Bobby-Cars oder Märklin-Eisenbahnen, später E-Gitarren, einen C64 oder Gameboy – und dafür arbeitete Vati, solange sie denken konnten, bei Siemens oder einem ähnlich verlässlichen Konzern. Auf den Partys der Neunziger tanzten sie zu Dr. Alban und Marusha, den Fantastischen Vier und Oasis. Und nach der Jahrtausendwende steuerte Vati auf den verdienten Ruhestand zu. Den Wohlstand dieser Jugendjahre gibt es da draußen noch. Aber die Unbeschwertheit, sie ist futsch. Die einstürzenden Türme am 11. September 2001 und das Ende des New-Economy-Booms bedeuteten für diese Generation einen Bruch – ein Ende der gefühlten Sicherheit.” (…)

G.M. – rest in peace?

1. Juni 2009

gmbuildingNachdem die Konzernspitze um Fritz Henderson bis heute keinen vielsprechenden Sanierungsplan vorgelegt hat, hat General Motors (G.M.), der weltweit größte Automobilhersteller für Jahrzehnte, am Montag seine Bankrotterklärung nach Chapter 11 des US- Insolvenzrechts abgegeben. Damit ist er zwar offiziell vor den Ansprüchen seiner Gläubiger beschützt, begibt sich aber auch unter das Protektorat eines Staates (die US-Regierung übernimmt 60 Prozent von G.M.), dessen Verschuldung schneller steigt als sein Brutto-inlandsprodukt. Insgesamt sponsert die Regierung General Motors nochmals mit 30,1 Milliarden Dollar, um die Verkleinerung und Restrukturierung des Unternehmens anzuleiten. Denn Chapter 11 bedeutet auch, dass G.M. nicht automatisch liquidiert wird und vom Markt verschwindet. Der über hundert Jahre alte Fabrikant hat nach wie vor die Chance, sich zu reformieren. Zu diesem Zwecke werden die überlebensfähigen Prestigemarken wie Chevrolet und Cadillac bald aus der Insolvenz ausgegliedert. Jedoch sollen die Autos von G.M. in Zukunft kleiner ausfallen – protzige Hummers in den Einfahrten der Vorstädte gehören also bald der Vergangenheit an. Die heutige Entscheidung, ihre Ursachen und vor allem ihre Folgen für die 235.000 (ehemaligen) Arbeiter und ihre Pensionen erklärt die New York Times sehr gut in einem 10-minütigen Video: http://video.nytimes.com/video/2009/06/01/business/1194840629090/the-decline-of-gm.html

There’s this great video about G.M. on nytimes.com.

Krugman glaubt: Rezession ade?

25. Mai 2009

Nach Krugman ist die Weltwirtschaft gerade nochmal am Schlimmsten vorbeigerutscht. Der Sturzflug hat eine Ende, die lange Talfahrt beginnt.

The world economy has avoided “utter catastrophe” and industrialized countries could register growth this year, Nobel Prize-winning economist Paul Krugman said on Monday. “I will not be surprised to see world trade stabilize, world industrial production stabilize and start to grow two months from now,” Krugman told a seminar. “I would not be surprised to see flat to positive GDP growth in the United States, and maybe even in Europe, in the second half of the year.”

Den vollständigen Artikel zeigt die Huffington Post.