

Macht müde Mädchen munter: In regnerischen Novembertagen kommt die neue BLONDE Sleep Issue ganz aufgeweckt daher und lockt unter anderem mit einer von mir verfassten Story über Fashion Revivals, die man natürlich auch auch ganz entspannt im Bett lesen kann. Hier eine kleine Leseprobe – den Rest und viele andere unterhaltsame Beiträge gibt es beim Zeitschriftenhändler des Vertrauens:
Today: Back in the days
Ein Ausflug zu unseren Lieblingslabels konnte dieses Jahr schon mal zum Flashback zurück in einen vergangen geglaubten juvenilen Mode-Leichtsinn führen. Denn wer von uns fühlte sich nicht beim Anblick der grobkarierten Flanellhemden bei Urban Outfitters oder den knöchelhohen Sneakers in Weiß oder Multicolor an glorreiche Jugendfotos erinnert? American Apparel ging sogar soweit, die breiten Samt- und Satin-Haargummis auszugraben, die früher dem hohen Pferdeschwanz (auch die „Palme“ genannt) die nötige Standfestigkeit verliehen und heute noch in jedem wohlsortierten Kaufhaus der Dame mittleren Alters zur Verfügung stehen. Und mittendrin ein paar Animalprints – wahlweise in Leoparden oder Zebra-Optik. Well-comeback Nineties! (…)
Notbeatmung oder Nostalgie?
Die generelle Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft und das limitierte Geschichts-bewusstsein der Jugend sind nach Meinung von Adelheid Rasche, Modehistorikerin und Leiterin der Berliner Sammlung „Modebild – Lipperheidesche Kostümbibliothek“, zwei wichtige Gründe für den Stechschritt in der Mode. So darf die Tatsache nicht vernachlässigt werden, dass ständig neue Modegenerationen heranwachsen, bei denen der alternative Indie-Look nicht wie bei uns Grunge-Gefühle weckt und für die Leggings mehr Non plus ultra-Beinkleidung denn Sportswear sind. Ihnen eröffnet die Modeindustrie bisher unbekanntes Terrain und erschließt sich dadurch neue Kundschaft.
Letztendlich spricht ein Mode-Comeback aber vor allem diejenigen an, denen die Trends von heute bekannt vorkommen – von früher. Die kulturellen Rückbezüge sind laut Rasche „extrem wichtige Identifikationsfaktoren, die dem Betrachter das Verstehen und das Akzeptieren des Neuen erleichtern und ermöglichen.“
