Vodafone hat seit Juli auch einen Blog, auf dem Mitarbeiter und freie Autoren schreiben sollen, was ihnen zu “DSL”, “Familie und Beruf” sowie “Stimmen aus Afrika” einfällt – eine doch recht willkürlliche Themenschwerpunktsetzung, wie ich meine. Auf Twitter sind die Roten übrigens auch vertreten, sowie bei StudiVZ/Facebook/MySpace. Da hat wohl ein schlauer Marketingmensch die ganze Web 2.0 Maschine in Gang gesetzt, ohne zu bedenken, was die Sinnhaftigkeit des Unterfangens anbelangt. Nun schreibt also Carmen Hillebrandt von Vodafone gut zwei Wochen nach dem Launch: “500 meist kritische Kommentare und unzählige Verlinkungen in anderen Blogs zeigen, wir haben mit der neuen Marken- und Werbekampagne eine breite öffentliche Diskussion im Netz gestartet. Das ist gut, denn genau das zeigt die Kraft des Internets.” Da wusste sie aber noch nicht, dass wenige Tage darauf noch weitaus kritischerer Kommentare folgen sollten, nachdem die Autorin Jutta Hamelmann ihr interaktives Leben als Mutter beschrieb und im letzten Absatz nebenbei auf ihr neues Handy mit Internetanschluss verwies. Die Blogger-Gemeinschaft schlug diesmal umso heftiger zurück, nannte den Eintrag “Bullshit” und sprach von schandhafter Produktwerbung (es steht ja nur groß Vodafone-Blog im Header: Was soll man da erwarten – Gespräche über Mutterschutz?). Ergebnis: Die Autorin schmeißt hin. Der Folge-Eintrag dreht sich einzig allein um Mobile Datendienste.
Blog War
22. Juli 2009Werben im Internet
8. Juli 2009Heute auf Zeit online: Die steigende Budgetierung von Online-Werbung, das Targeting des Zielpublikums auf den Social Media Sites, wo die Angabe von Geschlecht, Alter und Interessen zum guten Benehmen gehört, und die Konsequenzen für den Datenschutz. Quo vadis, Effizienz? Wir werden sehen!
Online-Wahlkampf made in Germany, pt. 2
26. Juni 2009“Sie werden sich wünschen, wir wären politikverdrossen”
Von Zacharias Zacharakis auf Spiegel.de. Ein Auszug:
“All das birgt keine Überraschungen. Die Hoffnung der deutschen Parteien auf eine massenhafte Mobilmachung von Wählern im Netz ist ohnehin bereits der Erkenntnis gewichen, dass man dafür auch entsprechend charismatische Figuren bräuchte. Doch ein Barack Obama ist in Deutschland bisher nicht in Sicht.
Als wäre dies nicht genug, drohen nun Netzaktivisten, die Online-Kampagnen der beiden Regierungsparteien zu bekämpfen. Sie sind wütend auf die Union und vor allem auf die SPD, weil diese den Beschluss über Internetsperren gegen Kinderpornografie durchgeboxt haben – gegen alle Widerstände aus der Community und trotz einer Netz-Petition mit weit über 130.000 Unterstützern. (…)
Doch die Stimmen im Netz klingen alles andere als versöhnlich: “Sie werden sich wünschen, dass wir politikverdrossen sind!” Dieser Satz geistert als Schlachtruf durch zahlreiche Foren. Der in der Szene bekannte Politikblogger Michael Seemann alias MSpro, schreibt: “Wir werden die SPD in einen Sturm aus Scheiße schicken. Sie hat sich nämlich selber zum Feind des Internets gekürt.”"
Keine Randerscheinung: Blog der Caritas
28. April 2009Auf der Suche nach einer potenziellen ehrenamtlichen Nebenbeschäftigung bin ich nach Bahnhofsmission und Diakonie soeben auf die Website der Caritas gestoßen. Die wirbt gerade mit ihrer Kampagne “Soziale Manieren” für einen menschlicheren Umgang mit denjenigen, die in unserer Gesellschaft nicht darüber klagen, dass sie wegen der Rezession nur noch bei H&M einkaufen können, sondern denen es richtig beschissen geht. Weil sie aufgrund von Suchtproblemen, einem Unfall oder Vorstrafen ganz unten ankommen sind.
Und nichts schwieriger ist, als sich wieder hochzuarbeiten – insofern es denn Arbeit gibt. Dabei werden sie von denen, die sich eine solche Situation nicht ausmalen können, noch argwöhnisch beobachtet. Wahrscheinlich weil sie Angst haben selbst abzurutschen, und es so weit von sich schieben.
Wer sich aber tatsächlich interessiert ist, was in den Köpfen von “Obdachlosen, Süchtigen, psychisch Kranken, Häftlingen oder extrem armen Menschen vorgeht, was sie bewegt und womit sie zu kämpfen haben”, der findet auf dem Caritas Blog “Mitten am Rand” die ungeschönte und ungefilterte Wahrheit. Allein … weiterlesen
Marketing für Obdachlosen
19. März 2009
Tim ist obdachlos und alkoholabhängig. Er lebt in Houston/Texas unter einer Autobahnbrücke, seit fast fünf Jahren. Was ihn von anderen Obdachlosen unterscheidet: Tim hat seine eigene Website: PIMP THIS BUM, frei übersetzt mit: Motz diesen Penner auf! Hier gibt es ständig aktualisierte Videos aus Tims Leben, eine Livecam und sogar einen Onlineshop mit allerlei T-Shirts. Initiiert wurde das Ganze von einer Internet-Marketing Firma, Ascendgence LLC … weiterlesen