Gent goes Veggie und geht damit mit gutem Beispiel voran: Seit Sommer dieses Jahres schon verzichten die Bürger Gents auf ihre Steaks und Frikandeln, auch in den Schulen und Institutionen. Sogar ein fleischloser Stadtplan mit den 100 vegetarischen Restaurants wurde angefertigt (nicht schlecht bei einer Einwohnerzahl von 240.000). Und alles nur für die Umwelt, genauer gesagt einer Reduzierung des Kohlenstoffdioxidausstoßes. Denn wer es nicht weiß: Experten haben berechnet, dass die Nutztierhaltung für rund ein Viertel (!) der Erderwärmung verantwortlich ist. Vor allem die von Kühen, denn ihre “Darmwinde” setzen ständig Treibhausgase frei, ungelogen. Im Fall des fleischlosen Tags von Gent bedeutet das: “Wenn alle Genter ein Jahr lang an einem Tag in der Woche auf Fleisch verzichten, dann hat das für das Klima den gleichen Effekt wie wenn 20 000 Leute kein Auto fahren” (Zitat WDR.de). So Deutschland, und wo bleibst du? Bei aller Integrität der eigenen Lebensführung, aber mindestens zwei fleischlose Tage müssten doch drin sein, oder? Ich helfe gerne mit Rezepten aus und leckeren Fleischersatz gibt’s bei Smile Food!
Fleischfreier Tag im Land der Fleischesser
10. Dezember 2009Du bist, was du isst. Alles Fake?
11. Juli 2009Vor zwei Monaten fand hier die Mogelei mit der Milch Erwähnung. Nun häufen sich die TV-Dokus und Print- und Online-Reportagen über Analogkäse und Formschinken. Wird höchste Zeit. Denn anscheinend ist es noch nicht bis zum Endverbraucher vorgedrungen, dass eine tiefgekühlte Pizza Prosciutto keinen Schinken enthält, sondern klein pürierte Fleischreste (also das, was gewiss niemand an der Fleischtheke ordern würde), mit Bindemitteln und Geschmacksverstärker zum Fake-Schinken in Form gebracht. Bei “frischer Pizza” erwartet den Konsumenten das gleiche Schicksal. Denn auch die Lieferservices halten ihre Produktions-Kosten mit Gel-Schinken und Analogkäse auf einem Minimum.
Wer glaubt, als Vegetarier fein aus dem Schneider zu sein, den muss ich leider enttäuschen. Hier droht ein Kunstkäse ohne Milch, dafür aber mit jeder Menge pflanzlicher und tierischer Fette. Die treiben Cholesterin und Gewicht gleichermaßen in die Höhe, während “echter” Käse viel Kalium enthält, das ein essentieller Mineralstoff zum Beispiel für stabile Zähne ist. Kunstkäse ist übrigens erkennbar an seiner schmierigen, hellgelben Masse, die auch bei Höchsttemperaturen nicht anzubrennen scheint, und befindet sich genauso auf den Schlemmerzungen des Laugengebäck-Monopolisten wie auf jeder dritten Liefer-Pizza. Dass so manche Garnele niemals im Meer gelebt hat, sondern nur billiges Surimi ist, dass der Großteil Vanille-Eis noch nie eine Vanilleschote gesehen hat, sondern lediglich Aroma, und dass die als Erdbeeren angepriesenen Stückchen im Jogurt keine Frucht sind, sondern aromatisierte Sägespäne, nur am Rande.
Ausführliche Informationen über die Lebensmittel-Imitate hat nun auch gestern die Verbraucherzentrale Hamburg in einer Liste veröffentlicht. Hier tauchen unter anderem Schlemmersalate, Wasabi-Erbsen oder Schafskäse auf. Ich verbleibe jetzt schon gespannt, welche öffentlichkeitswirksamen Enthüllungskampagnen Food-Watch in den nächsten Wochen plant. Thilo Bode hat sich bislang recht ruhig verhalten. (…) weiterlesen
Keine Randerscheinung: Blog der Caritas
28. April 2009Auf der Suche nach einer potenziellen ehrenamtlichen Nebenbeschäftigung bin ich nach Bahnhofsmission und Diakonie soeben auf die Website der Caritas gestoßen. Die wirbt gerade mit ihrer Kampagne “Soziale Manieren” für einen menschlicheren Umgang mit denjenigen, die in unserer Gesellschaft nicht darüber klagen, dass sie wegen der Rezession nur noch bei H&M einkaufen können, sondern denen es richtig beschissen geht. Weil sie aufgrund von Suchtproblemen, einem Unfall oder Vorstrafen ganz unten ankommen sind.
Und nichts schwieriger ist, als sich wieder hochzuarbeiten – insofern es denn Arbeit gibt. Dabei werden sie von denen, die sich eine solche Situation nicht ausmalen können, noch argwöhnisch beobachtet. Wahrscheinlich weil sie Angst haben selbst abzurutschen, und es so weit von sich schieben.
Wer sich aber tatsächlich interessiert ist, was in den Köpfen von “Obdachlosen, Süchtigen, psychisch Kranken, Häftlingen oder extrem armen Menschen vorgeht, was sie bewegt und womit sie zu kämpfen haben”, der findet auf dem Caritas Blog “Mitten am Rand” die ungeschönte und ungefilterte Wahrheit. Allein … weiterlesen
Milk
3. März 2009
Eine der letzten Neuheiten der Nahrungsindustrie ist die “Frisch-Milch – extra lange frisch”. Hinter dieser Dopplung des Attributes “frisch” steckt allerdings ganz und gar das Gegenteil: bei 127 Grad abgekochte Milch, die den Kenner an den abgekochten Geschmack von H-Milch erinnert. Im Vergleich: Echte Frischmilch wird bei 72 Grad abgekocht, H-Milch bei ungefähr der doppelten Temperatur, 135 bis 140 Grad. Welcher also liegt die die sogenannte ESL-Milch, „extended shelf life“-Milch, näher? Eindeutig der letzteren. Manch einen mag das nicht stören, trinkt er sowieso nur H-Milch oder nicht mehr als einen Schluck in den Kaffee für den pelzigen Geschmack auf der Zunge danach. Fakt ist aber: Es liegt ein klarer Fall von Betrug vor. Denn wo Frischmilch draufsteht, sollte auch nichts als frische Milch drin sein. Ganz egal, ob die nur 5 Tage haltbar ist. So ist das eben. Und wer einen Liter Milch auf die 21 verzehrbaren Tage verteilt trinkt, das sind rein rechnerisch 48 ml täglich, der kann sie sich – seien wir mal ehrlich – doch gleich sparen. Sparen müssen aber auch jene, die sich einen Einkauf nur bei Aldi, Lidl und Co. leisten können, was aber nicht heißt, dass sie ansonsten Einbußen in Sachen Ernährung hinnehmen wollen. Müssen sie aber, denn die Discounter haben nur noch ESL-Milch in ihren Regalen – ob der Verbraucher das so will oder nicht. Bleibt zu hoffen, dass er das nicht will, das Nachfrageverhalten ändert, auch wenn das 20 Cent mehr kosten sollte, und der Anbieter reagieren muss. Damit der volle Vitamingehalt der Milch gesichert ist. Und das sollte als einziges Kriterium bei einem funktionellen Nahrungsmittel im Vordergrund stehen. Wer wie ich sichergehen will, greift zu Frischmilch aus dem Bioladen. Die kostet zwar 90 Cent, ist aber jeden Tropfen wert – für einen selbst, den Bauer, den Molker und die Kuh.