2. April 2010


Nur wenige Menschen wissen, wie viele vermeintlich unnütze Diskussionen ich in den letzten Jahren mit unwissenden Bodyshop-Verkäuferinnen geführt habe, in deren Zentrum die so simple wie logische Frage stand, warum ein Unternehmen, das es sich auf die Fahne schreibt, ökologisch vertretbar zu produzieren, noch Parabene in seinen Cremes verwendet. Denn so sehr wie ich die Düfte und Texturen von Bodyshop schätze, Konservierungsstoffe kommen mir nicht in die Tube. Nun hatte ich mich also mit Weleda arrangiert, der Wildrosen-Linie gegen Erste Fältchen, da ich den offiziellen Straffe-Haut-Zenit seit nunmehr drei Jahren überschritten habe. Ich kann auch ziemlich gut damit leben. Nur wenn ich dann nach der allabendlichen Reinigungs- und Pflegezeremonie dem Liebsten zu nahe kam und der etwas von “stinkt” und “Reinigungsmittel” murmelte, halte ich die Wirkung von Weleda nur noch in eingeschränktem Maße für erfüllt. weiterlesen
4. März 2010
Irgendwann hat alles ein Ende: Der Sushi-Wahn, losgetreten in den Nullerjahren, hat dem blauen Tuna übel zugesetzt. Seine Population sank deshalb so rapide ab, dass der Bestand nur noch fatale 20 Prozentpunkte aufweist (seit 1970). Bepackt mit der moralischen Keule konnte ich meinen Freundeskreis zunehmend vom Verzicht überzeugen. Doch ist mein Freundeskreis ein bewusst kleiner und Fremden in ihren Speiseplan reinzureden, liegt mir fern – überdies werden mehr als drei Viertel des Tunfisch in Japan verzehrt. Doch nun ergreift mein Freund Barack Partei für den Silberfisch, für einen Neuanfang. weiterlesen
22. Februar 2010
Vivienne Westwood hat gestern auf der Londoner Fashion Week ihre Red Label-Kollektion vorgestellt – ein ziemlich diffuser Tribut an den Klimawandel: 90er Jahre Karohosen, Schürzenkleider im Namen der Erd-Göttin, T-Shirts mit einem Spendenaufruf für Tahiti, Mäntel wie Decken, Flokati-Kostüme und Leoparden-Minikleider. Und hat im Zuge dessen ihre Existenz hinterfragt ohne veritablen Mehrwert zu bieten:
“Stop all this consumerism.” (…) “I just tell people, stop buying clothes. Why not protect this gift of life while we have it? I don’t take the attitude that destruction is inevitable. Some of us would like to stop that and help people survive.”
credits: photo: Style.com, quote: Huff Post
17. Dezember 2009
Die meisten Frauen haben sie im Kleiderschrank, die Teile, die sie nie wieder anziehen werden. Klar, können wir drauf hoffen, dass irgendwann ein Fashion Revival kommen mag oder die angefutterten Kilos irgendwann wieder verschwinden.
Aber mal Tacheles, bei H&M und Co. ist die Halbwertsdauer schwindelnd gering und die Figur, mit der wir 14-jährig durchs Freibad staksten, kommt mit Ende 20 auch nicht so schnell zurück. Is doch so!
Wollen wir nun also Abgetragenes loswerden, offenbaren sich uns folgende Optionen:
1. Verschenken an Freundinnen und Schwestern (Allerdings fragen die meist nur entsetzt: Wann und – vor allem – warum wir uns das gekauft haben?! Keine Ahnung, vielleicht war meine Kontaktlinse verrutscht.)
2. Bei eBay verhökern (Die Erlöse dort liegen traurigerweise oft im einstelligen Bereich, für im dreistelligen Bereich Gekauftes. Profit abzüglich der Verkaufsgebühr = einmal an der frischen Luft gewesen. Auf dem Weg zur Post.)
3. Im hauseigenen Sale-Blog verhökern. (Eine vernünftige Sache, die schon fast Celebrity-Charakter hat – für alle Käuferinnen, die sonst im Bravo Weihnachtsgewinnspiel auf das Girlie-Shirt von Heike Makatsch gesetzt haben. No Name Bloggerinnen haben es dagegen schwer.)
4. Hin und weg: in die Altkleidertonne schmeißen. (Okay, vielleicht klaut sie irgendwann eine findige Secondhandverkäuferin, es wird ein Knüpfteppich von IKEA draus oder sie kommen mit viel Glück dahin, wo sie wirklich hin sollen: zu den Bedürftigen)
5. Oder aber: Direkt zu denen, die es nötig haben. In eines der knapp 400 Frauenhäuser Deutschlands. Zur Diakonie, Caritas, dem Roten Kreuz oder whatever.
Alles andere macht doch wirklich keinen Sinn, oder?
17. Dezember 2009
Nur noch die Staats- und Regierungschefs können das drohende Scheitern des Weltklimagipfels verhindern. Die bisherigen Verhandlungen der dänischen Konferenzleitung und unter den Delegierten aus 192 Ländern brachten so gut wie keine Fortschritte. Mehr als 100 Punkte gelten noch als strittig. Die Dänen gaben am Donnerstag den Versuch auf, eine neue Verhandlungsgrundlage für die Staat- und Regierungschefs zu erarbeiten. (…) Als wahrscheinlich gilt, dass die etwa 120 erwarteten Staats- und Regierungschefs nur noch über eine Schlusserklärung verhandeln, die keinerlei verbindliche Ziele für eine Reduzierung des Treibhausgasausstoßes enthält. www.zeit.de
Ungewiss, ob (Online-)Petitionen in diesem Moment noch die Verhandlungen beeinflussen können. Ein Kanal, Missgunst mit der mangelnden Entschlussfreudigkeit der Delegierten auszudrücken, sind sie allemal. Wenn nicht heute, dann hoffentlich für morgen. Vor allem, wenn 13 Millionen andere das bereits getan haben.
Zum Unterschreiben bitte hier entlang: http://www.avaaz.org/de/save_copenhagen_germany/98.php?CLICK_TF_TRACK