Alle Artikel mit dem Tag ‘Modegeschichte’

Fußball & Fashion pt.II

24. Juni 2010

Fussball und Mode scheint nicht nur seit SEPP eine wenig beachtete Verbindung zu offenbaren. Doch mit dem dem kühlen Strenesse-Look, den die Nationalelf seit vier Jahren werbewirksam zur Schau stellt, hat dieser Clip so viel gemeinsam wie Delling und Netzer vor der Kamera. Hier präsentieren motivierte Modelle neue Farbansätze für die Bundesliga-Trikots mit einem Tänzchen zu südamerikanischen Klängen – von wegen Testosteronstrotzende Fußballer! Auch Günther Netzer postuliert im schwarzen Einheitslook, “dass mehr Farbe in die Stadien hereinsollte.” Ergo: Mit Poldis neongelben Schuhen ist es auch auf internationaler Ebene längst nicht getan.

Nachtrag zur Military Mode 2010

30. Mai 2010


Credits: Jean Paul Gaultier und Balmain Spring/Summer 2010 on Style.com

Erst Aufmarsch auf den Laufstegen bei Gaultier, Balmain und einigen anderen. Dann, ein halbes Jahr später, Kampfesgelüster in Glamour, InStyle und Gala sowie online: Der Military Style ist mal wieder da. Die Publikationen rühmen unisolo die unglaublichen Variationsmöglichkeiten (Stichwort “Stilbruch”) einer derben Gestaltungsbasis mit Verniedlichendem wie Blümchenkleid.

Von Entrüstung wie in den Siebzigern – als Vivienne Westwood und Malcolm McLaren zum ersten Mal der Provokation durch den Punk ein gebührend militantes Aussehen verliehen (gegenüber den friedliebenden Hippies auf der anderen Seite des Atlantik) – keine Spur. Stattdessen gehören Parka und derbe Schnürschuhe neuerdings zum Samstagsausgeh-Outfit der angehenden Unternehmensberaterin. Auch das Camouflagemuster wurde schon in den Neunzigern von rauen Rappern, die heute Armani tragen, wenig verborgen getragen.

Warum also die Rückkehr zu einem Modestil, der sich weniger mit den letzten verbleibenden, den ewigen Kriegsschauplätzen dieser Welt, beschäftigt als vor allem mit sich selbst? Denn damals, beim Aufkeimen, gab es immerhin noch Chile und Vietnam. Drei Erklärungsansätze:   weiterlesen

Stilvorlage: Cruise Collections

26. Mai 2010



Credits: Oben/unten links: Christa Peters “NINO Werbearchiv” 1964, Oben rechts: Louis Vuitton Cruise Collection 2010. Unten links: Gucci Cruise Collection 2010.

Während ein Segelboot oder gar eine Motoryacht nicht jeder sein Eigen nennen kann, ist der maritime Look längst in die Massen eingetaucht und schmückt seit Jahrzehnten frische Editorials im Frühsommer. In gehobenen Kreisen, also all jenen die sich nicht das Ringelshirt bei Petit Bateau für 50 Euro kaufen, sondern für den Trip auf die Antillen die Luxusvarianten von Gucci, Chanel und Louis Vuitton in ihre Canvas Taschen stecken, rangiert derartige Urlaubsgarderobe als “Cruise Collection” – von “Cruise” wie Kreuzfahrt.   weiterlesen

Verpackt ist, was man sehen soll.

10. Mai 2010


Credits: Ralph Lauren und Jean Paul Gaultier Sommer 2010 auf Glamour.de

Virile Version von Lagerfelds lustigem Landadel oder letzter Ausläufer des Neunziger Jahre-Revivals? Ralph Lauren und Jean Paul Gaultier haben also die Jeanslatzhosen wieder laufstegfähig gemacht. In den späten Siebzigern und frühen Achtzigern trugen die deutschen Post-Suffragaten die blaue Kompaktklamotte symbolhaft für die Gleichberechtigung. Die sollte Mann auch sehen. In diesem Sinne wurden die femininen Formen von Petticoat, Minirock und Blümchenkleid zugunsten des Schutzschildes aus Denim im Kampf der Geschlechter abgelegt, zum Beispiel in dem der Lila Latzhose. Auch wenn die Genderdebatten im Jahre 2010 längst nicht abreißen, sollte die Latzhose jedoch alles bleiben: nur kein Kontinuum, dass an verlängerte Pinkelpausen im Kindergarten erinnert. Es sei denn, es handelt sich um die junge Kate Moss.

Raffinierte Maschen der DDR

5. Mai 2010

Credits: “DDR Mode” auf einestages

Wieder einmal entpuppt sich einestages als wahre Fundgrube für kurios anmutende Modegeschichten aus der Vergangenheit. Dieses Mal: “Schrilles aus der Grauzone”, inspiriert von einem neuen Bildband. Denn es war gar nicht alles so trist im Arbeiter- und Bauernstaat der 60er. Zumindest kompensierte man die Exotik jenseits der Grenze mit kessen Blumenkleidern und knappen Bikinis. Solange die in den VEBs produ-zierten Waren vorrätig waren. Wenn nicht, dann schmiss die Genossin einfach selbst die Nähmaschine an.  weiterlesen