
Ganz neu auf ACHTUNG Zeitgeist: ein Gespräch mit Christoph Amend über Entwicklung, Formate und Zukunftspläne des Magazins sowie die Zusammenarbeit mit Juergen Teller und ein potentielles ZEITmagazin Blog. Hier ein Auszug.
40 Jahre sind ein gutes Alter. Geboren zu Beginn der Siebziger als sich irgendwie alle in den Haaren lagen, bis die Popper in den achtziger Jahren den universellen Kurzhaarschnitt einführten und sich nicht nur dadurch die Wogen glätteten. In den Neunzigern war man sich sowieso einig, bis sich in den Nullerjahren die Diffusion verbreitete. Zeitzeuge davon war und bleibt das ZEITmagazin mit einer finanziell bedingten Auszeit von acht Jahren. Im Mai 2007 wurde dem Supplement der ZEIT unter der Leitung von Christoph Amend wieder LEBEN eingehaucht. Immer noch vorbildhaft für einen vitalen Journalismus sind etwa Günter Wallraffs sozialkritische Enthüllungsreportagen, die Alttagsinterpretationen von Harald Martenstein, der exklusive Buch-Vorabdruck von Moritz von Uslar über drei Monate in Brandenburg sowie die wöchentliche Stilkolumne von Tillmann Prüfer oder Juergen Tellers einmalige Fotokolumne. (…)
Achtung: Auch die Auswahl der Autoren und Fotografen erfolgt sehr bewusst.
Christoph Amend: Als wir das ZEITmagazin 2007 wiederbelebt haben, haben wir von Anfang an gesagt: wir werden uns jede Woche weiterentwickeln. Und dabei ist es geblieben: wir führen immer wieder neue Formate ein, verändern die Gestaltung, die Fotografie, die Illustration von Geschichten. Wir leben in einer Welt, in der unglaublich viele Entwicklungen parallel passieren, beschleunigt durch das Internet. Allein durch Facebook erhalten wir Einblicke in neue Ideen und Vorstellungen in einer Art und Weise, wie das vor zehn Jahren unvorstellbar schien. Das verändert auch das Magazinmachen.
Achtung: Was liest du selbst für Magazine?
Christoph Amend: Bei der Wiedereinführung des Magazins 2007 haben wir uns das “New York Times Magazine” genau angesehen, das von Adam Moss gemacht wurde, der später zum “New York” Magazine gewechselt ist, das ja auch richtig klasse ist. Ich lese wirklich kreuz und quer, deutsch, international, alles. Das “T-Magazine“ unter Stefano Tonchi fand ich großartig, “Fantastic Man”, “Gentlewoman”, “032c”, “I love you”, die “Achtung” natürlich. Von der französischen “Vogue” bis zum “Economist”, von Klatschblättern bis zum “New Yorker”, ich liebe eben Magazine. Da ist übrigens das ipad ein Segen: Endlich kann man in Deutschland Magazine wie den “New Yorker” schön gestaltet online lesen, und nicht erst eine gute Woche nach Erscheinen, wenn es die Exemplare endlich nach Deutschland geschafft haben.
Nein – das ZEITmagazin hat mich nicht auf seiner Gehaltsliste stehen, leider. Dafür hat es mit Ausgabe 4 aber einmal mehr ein grandioses Fashion Feature hingelegt, so dass ich schon wieder nicht umhin komme, die Heftmacher/-innen um Christoph Amend in den höchsten Tönen zu loben. Jener hat das Bloggerpanel am Mittwoch übrigens ebenfalls menschlich wie inhaltlich sehr bereichert, auch wenn er die Frage von Julia von