Alle Artikel mit dem Tag ‘Magazine’

Ein neues Magazin-Wunder?

7. Dezember 2010

Seit Wochen befindet sich das Heft in meiner Handtasche. Inzwischen dürfte “Fräulein”, das neue Printprodukt für Frauen, die noch Mädchen sind, und die die günstige Frauen-Zeitschrift genauso schätzen wie das 10 Euro Independent-Magazin, vielfach konsumiert worden sein (von einer Zielgruppe, die sonst wohl die BLONDE oder die MAXI liest) – wie die erwartungsfrohen Kommentare unter den Blog-Previews vermuten andeuteten. So auch meiner. Schade nur, dass es Ernüchterung ist, die meiner anfänglichen Euphorie folgt. Wirklich! Das liegt gewiss nicht daran, dass in das Magazin zu wenig Liebe gesteckt worden wäre. Nein, an ihr mangelt es “Fräulein” wahrlich nicht. Vielleicht war es aber zu viel Liebe für normativere Nuancen. Vielleicht bin ich aber auch nur zu unemotional für das verspielte Layout (was im Inhaltsverzeichnis noch so hübsch daherkommt), wenn in der kleinteiligen Rubrik “Stil” die Produkt-Bilder darunter leiden, dass eine Hermès Handtasche, die ein halbes Vermögen kostet, auf zwei Quadratzentimetern gezeigt wird. Oder ein Bottega Veneta Klappbett, von dem ich beim Lesen so wenig Ahnung habe wie von einer französischen Fleischspeise, nur als Skizze präsentiert wird. Wohingegen die Seite (28) mit den Uhren so harmonisch-stimmig ist. Überhaupt trifft die Beschreibung “fragmentarisch” auf diese erste Ausgabe wohl am Besten zu, die online besser funktioniert hätte.  weiterlesen

Lektüre für Alpenvereinler und andere

7. November 2010

Liebhaber-Publikationen müssen nicht immer ein Nischendasein führen. Das betonte das Interview mit den Inhabern von do you read me?! für Achtung Zeitgeist erst kürzlich. Auch, dass noch deutlich Raum für Neuland ist. ALPS ist so ein Beispiel mit knapp 150 Seiten über alpine Lebensart. Dazu gehört die Küche Südtirols wie die Werke des Giovanni Segantini, eine Portraitserie von Andreas Mühe oder ein Überblick über kulturelle Veranstaltungen im Hochgebirge und rundumherum. Für mich als Freundin von bergigen Gefilden, wohnhaft im Flachland (Prenzlauer Berg als ultima ratio), zumindest ein als sehr angenehm empfundener Höhenunterschied.
Gleichgesinnte können sich hier durch eine Vorschau blättern.

Printexpansion wider der Krise

5. November 2010

Was lange währt, wird endlich gut. Nachdem Jessica Reitz und Mark Kiessling von Berlins Magazin-Fachgeschäft “do you read me?!” aufgrund ihrer verschiedenen Messepräsenzen selten gemeinsam in der Auguststrasse 28 in Mitte anzutreffen waren, ist das Interview mit den beiden nun seit ein paar Tagen online auf Achtung-Zeitgeist. Darin erzählen sie über die sich am besten verkaufenden Pubilkation, neue Tendenzen im Editorial Design und eine Veränderung des Magazinkonsums durch Blogs und das iPad. Dazu ein Auszug…

Achtung: Wie gefallen Euch die neuen Magazine, die aus Blogs entstanden sind?

Jessica Reitz: Bei “I love you“ finde ich das sehr gelungen. Ich finde es aber auch interessant, dass es nicht länger nur zwei Medien sind, die sich voneinander abgrenzen, sondern dass sich das mitunter hervorragend ergänzen kann. Auch “I like my Style“ kommt ganz gut an…

Mark Kiessling: …wobei das ja auch gut nur als Blog funktionieren würde. Aber auch andersherum, wie beim Achtung Zeitgeist, können aus Print-Magazinen interessante Blogs entstehen oder eben wie beim “T Magazine“, welches ja gedruckt alle zwei Wochen erscheint und online nahtlos fortgeführt wird. Ich glaube, dass die Synergieeffekte von Blog und Print noch lange nicht ausgereizt sind und wir uns noch auf einige gute Publikationen aus diesem Bereich freuen können.

Achtung: Denkt Ihr persönlich, dass neue Technologien wie das iPad Einfluss auf den Konsum von Printprodukten haben werden?

Jessica Reitz: Nein. Ich denke, für die reinen Informationsmedien wie den “Spiegel“ wird es schwieriger werden. Aber ich merke es an mir selbst oder wenn ich mit Kunden spreche: mit einem iPad liest man einfach anders. Es geht dabei aber auch vorallem um den selbstverständlichen Umgang mit dem Medium, bzw. dem Distributionsweg Internet selbst. Zum Beispiel “The Economist“, da kostet von Anfang an die Online-Ausgabe so viel wie die Print-Ausgabe. Und in dieser Hinsicht haben die Verlage einfach auch etwas verpasst – zu denken, dass sie das alles kostenlos anbieten müssen, obwohl Inhalt und Recherche den gleichen Aufwand verlangen. Da kann das iPad oder der iTunes-Store mit neuen Vertriebstrukturen wiederum sicher auch eine Unterstützung sein.

Mark Kiessling: Es gibt sicher Inhalte, die via iPad besser oder einfacher, vermittelt werden können. Fotografen drehen immer öfter auch Videos und auch die Mode hat mit „Fashion Films“ ein neues Genre erobert. Dies lässt sich natürlich via iPad viel direkter in ein “Magazin“ einbinden, als über eine umständliche URL-Angabe. Aber Gedrucktes wird immer seinen eigenen Reiz behalten.

Die VOGUE bloggt jetzt also auch

8. Juli 2010

Die deutsche VOGUE bloggt jetzt also auch – unter vogue.de/blog/, als EN VOGUE Stilblog, von und mit Lea Gross: “Sie berichtet live aus dem VOGUE-Kosmos von glamourösen Highlights, extravaganten Entdeckungen und den schillerndsten Facetten der Modewelt.” Der letzte Eintrag: “VOGUE in Champagnerlaune”. Man sieht und erfährt: Becker, Arp, Schuller und Co. tranken Champagner im Borchardt und, letzter Satz, “Die Sache mit dem Fußball war übrigens schnell vergessen.” – that’s it! Weiter geht’s mit der Lala Berlin Show und fünf Zeilen Bildunterschrift, die aus der Pressemitteilung stammen könnten. Das war’s. Okay, nächster Versuch: “Ricardo Tisci über seine Haute-Couture-Kollektion” zeigt Zitate des Designers plus zwei Fotos von Willy Vanderperre. Das kann’s doch wohl nicht gewesen sein. Oder doch?   weiterlesen

Fräulein Wunder: Toni Garrn in der Zeit

22. Januar 2010

cover-04-148x197Nein – das ZEITmagazin hat mich nicht auf seiner Gehaltsliste stehen, leider. Dafür hat es mit Ausgabe 4 aber einmal mehr ein grandioses Fashion Feature hingelegt, so dass ich schon wieder nicht umhin komme, die Heftmacher/-innen um Christoph Amend in den höchsten Tönen zu loben. Jener hat das Bloggerpanel am Mittwoch übrigens ebenfalls menschlich wie inhaltlich sehr bereichert, auch wenn er die Frage von Julia von LesMads nach einem ZEITmagazin Blog mehr oder weniger mit “Nein” beantwortet hat, wo The Moment und das NYT Style Mag eine Topvorlage liefern, vor allem nach dem Relaunch – oder gerade deshalb. Große Nachfrage besteht jedenfalls. (…)
  weiterlesen