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Lesenwert

10. November 2009

http://www.qvest.de/2009/11/1959-2009-zeitreise/

Günther Wallraff sieht schwarz

19. Oktober 2009

Es folgen zwei Auszüge aus Wallraffs aktuellem Artikel aus dem aktuellen Zeit-Magazin über seine einjährige Feldforschung als Farbiger. Diesmal in Begleitung von einem Kamerateam, das seine Erfahrungen bildlich festhielt und diese Woche als “Günter Wallraff: Schwarz auf Weiß. Eine Reise durch Deutschland” in den Kinos erscheinen wird. Ich erwarte mir davon auf jeden Fall eine nüchterne Sozialstudie, aber auch ein wenig bitterböse Borat-Satire, die mit Sicherheit einige Klagen nach sich ziehen wird.

“Als die Bootsfahrt beendet ist und ich mich erhebe, sieht sich mein Nachbar veranlasst, mich wie ein Kind zu behandeln. (…) Immerhin stellt er eine persönliche Frage, und das habe ich als Schwarzer in all den Monaten selten erlebt. Ich antworte, dass ich drei Jahre im Goethe-Institut in Daressalam Deutsch gelernt habe. – Ob ich Arbeit habe? – Nein, antworte ich. Da schlägt er mir vor, ich solle es doch als Kuli versuchen, am besten gleich hier: “Rudern, rudern!”, ruft er und zeigt auf das Boot, das wir gerade verlassen haben.”

“Nach dem Spiel besteigen die Fans von Dynamo Dresden ihre Busse. Ich frage, ob ich mitfahren kann. (…) Ein anderer Fan weist auf die geöffneten Gepäckraumtüren des Busses und meint: “Da unten, da bei den Kästen, ist noch Platz, leg dich rein.” Ich spüre, wie sich was zusammenbraut, einige heben die Hand zum Hitlergruß, und ich gehe zum Einsatzleiter der Polizei, der lässig an seinem Wagen lehnt. “Die sind alle hart drauf”, sage ich zu ihm, “die sind alle unheimlich, Faschos.” Seine Antwort: “Ist mir bis jetzt noch nicht aufgefallen.”"

ZEIT für Juergen

12. Oktober 2009

zeit leben

Das von mir bereits mehrfach in höchsten Tönen gelobte ZEIT Magazin, bricht mir auch diese Woche wieder das Herz. Dieses Mal vielleicht ein bißchen mehr als sonst. Es widmet nämlich von nun an – welch gelungener Coup – dem guten Juergen eine Seite, direkt neben dem famosen Harald. Eine Doppelseite links voller verbaler Spitzen und rechts von nun an mit den visuellen Reisehighlights des Herrn Teller. Zum Auftakt geht’s nach Paris, wo er Charlotte Rampling das erste Mal fotografierte. Ich bin jetzt schon Trittbrettfahrer und kann die nächsten Trips kaum erwarten.

Literaturtipp: Wir könnten auch anders

14. Juni 2009

Mal wieder ein sehr gutes, da anspruchsvolles, ZEIT-Dossier vom 20. Mai 2009, für das Wolfgang Uchatius sich Gedanken über die Pseudo-Notwendigkeit des Wirtschafts-wachstums gemacht hat und gleichzeitig elaborierte Lösungsvorschläge für den Post-Kapitalismus bietet. Drei Auszüge:

Was alle Sonnenkraftwerke der Welt bisher nicht geschafft haben, erledigt nun die Rezession: Die CO2-Emissionen sinken. Offenbar gibt es keinen besseren Klimaschutz als ausbleibendes Wirtschaftswachstum. Weshalb sich die Frage stellt, ob man auch ohne Wachstum auskommen könnte. Eine seltsame Frage in einer Zeit, in der die ganze Welt auf steigende Umsätze hofft.

“Martin Meyer braucht kein Wirtschaftswachstum. Es sei denn, er arbeitet bei Opel. Damit ist man bei der zweiten Antwort auf die Frage, warum wir Wachstum brauchen: Ohne Wachstum keine Arbeitsplätze. In fast jedem ökonomischen Lehrbuch findet man zu Beginn ein paar grundsätzliche Sätze zum Daseinszweck der freien Marktwirtschaft. Dort steht dann, erste Aufgabe des Marktes sei es, die Knappheit zu überwinden, das heißt die Menschen mit Konsumgütern zu versorgen. Gemeint sind Kühlschränke, Handys, Autos. All die Dinge, die in Deutschland, Frankreich oder Italien längst nicht mehr knapp sind. Woran es diesen Ländern fehlt, ist etwas anderes: Arbeit.”

“Niemand weiß, wie eine Post-Wachstumsökonomie aussehen könnte. Genauso wie vor fünfhundert Jahren niemand wusste, wie der Kapitalismus aussehen würde. Er ist einfach entstanden, und erst danach machten sich Leute, die sich Ökonomen nannten, daran, dieses neue System zu beschreiben. Gänzlich verstanden hat es bis heute niemand.”

Hier der ganze Artikel.

Literaturtipp: Heute in der ZEIT

30. April 2009

zeit Inspirierender Beitrag über die Kultur-schaffenden wie Neo Rauch, Peaches oder Julia Franck und ihre neuen Arbeiten getreu dem Motto “Packen wir es an”. In Krisenzeiten hat sich gerade die Kunst stets verdient gemacht. Und das wird sie auch diesmal. Bin gespannt…