20. Juli 2009
Am 19. Juli 2009 wurde es an der Zeit, mit einem Schandfleck in meinem Curriculum Vitae aufzuräumen. Soweit ich zurückdenken kann, schimpfe ich mich einen kulturell interessierten Menschen. Vor genau sechs Jahren zog ich ins Rheinland – dort, wo die Distanzen zwischen den Großstädten minimal sind und das museale Angebot immens. 2006 schloß ich meinen Bachelor in Neuester Geschichte mit “sehr gut” ab, Schwerpunkte waren die Nachkriegszeit und die 68er-Bewegung.
Es ist jedoch nicht zu verleugen (und es treibt mir beim Schreiben dieses Satzes die Schamesröte ins Gesicht, was Unbekannten kaum auffallen würde, da mein Teint generell einen permanenten Rotstich aufweist), dass ich gestern zum allerersten Mal im Haus der Geschichte in Bonn war. Doch wie heißt die Ausrede aller Prokrastinisten: was lange währt, wird endlich gut. Und das war es auch! (* Nachdem Freund und ich um 12.50 Uhr blitzschnell von schwer verkatert auf hellwach umschalteten, um es zur Führung durch den Kanzlerbungalow um 14 Uhr zu schaffen. Waren aber trotz aller Bemühungen erst um 14.07 Uhr vor Ort, wo es hieß, dass die 20 ausgewähten Besucher bereits seit 12.30 Uhr anstanden, als wir noch bei Kaffee und Honigbrot die ZEIT nach in Frage kommenden Ausstellungen sondierten)
So las ich mir höchst interessiert – die zeitgeschichtlichen Dokumente wirkten realiter weitaus fesselnder als auf jedem Mikrofilm – die Schreiben der Kriegsinhaftierten und Vermissenden durch, bewunderte einen Eierbecher aus Handgranaten, blätterte im ersten OTTO-Katalog nach Damen-Halbschuhen, nahm Platz im Rosinenbomber, war Teil der Wahl Adenauers, sah die Wochenschau von 1951 in der Lichtburg an, kürte die hübschesten Gardine der 50er und war verzückt über die Werbesprüche der Marke Kunert und der Matt Creme von 4711.
Da die ersten 15 Jahre der Bundesrepublik und der DDR jedoch drei Stunden in Anspruch nahmen und die Erfrischungsstäbchen in meiner Handtasche nur begrenzt den vom Vorabend bedingten Brand zu löschen vermochten, war beim Mauerbau Schluß. Dadurch blieb Zeit genug für Pommes rot-weiß in der Rheinaue und die Vorfreude auf einen zweiten Besuch – inkl. Kanzlerbungalow (Tag der offenen Tür ist übrigens am 30. August)

24. Mai 2009


Atelier-/Wohnungs-/Ladeneröffnung des aktionistischen Künstlerfreundes am 23. Mai in der Brunnenstraße/D-dorf Bilk. Sehr nett war es. Wann steigt die nächste Sause, Heiko?
19. Mai 2009

The Autheurs ist eine recht junge “Social Film Plattform”, auf der Liebhaber von geistigen Filmen auf ihre Kosten kommen sollten. Theoretisch besteht das Film-Angebot aus alten und neuen Klassikern wie Clockwork Orange/Kubrick, Vertigo/Hitchcock, No Country for Old Men/Coen Brothers oder Do the right thing/Spike Lee. Leider sind jedoch praktisch nicht alle Filme verfügbar. Weshalb ist unklar. Wahrscheinlich Probleme mit der Lizen-sierung bzw. Finanzierung oder den Länderrechten. Aber das wird sich hoffentlich ändern mit der Zeit. Jetzt schon stark frequentiert sind das Forum und die Rezensionen zu den Filmen. Bis dann auch endlich alles läuft, empfehle ich die “Cinematheque”-Rubrik, in der die meisten kostenlosen internationalen Dokumentationen einwandfrei laufen. Mein Favorit unter “Great Documentaries” die Reportage über Idi Amin.
11. Mai 2009
Der New York Times Fashion und Design-Blog “The Moment” kündigt die Ausstellung des wegen seiner kühlen Eleganz, starken Kontraste und intelligenten Bildsprache von mir zum Meisterfotografen gekürten Guy Bourdin in London an:
“Unseen: Guy Bourdin,” which opens this Saturday at The Wapping Project in London, is a collection of 32 of the photographer’s unseen works. Shown in a massive former hydraulic power station-turned arts center, the industrial-chic environ feels like an apt place to show the work. The Wapping Project founder and director Jules Wright — who was aware that Bourdin wanted his photographs to be destroyed after his death (in 1991 at age 63) — felt no moral implication when planning the show, which was curated in conjunction with Bourdin’s son Samuel Bourdin and Phillips de Pury & Company, and hosted by Bourdin’s model muse, Nicolle Meyer. … weiterlesen
2. Mai 2009
A’muse me: 50 Jahre Models und Mode. Das Met sagt: “Exploring the reciprocal relationship between high fashion and evolving ideals of beauty, The Model as Muse: Embodying Fashion focuses on iconic models of the twentieth century and their roles in projecting, and sometimes inspiring, the fashion of their respective eras. The exhibition, organized by historical period from 1947 to 1997, will feature haute couture and ready-to-wear masterworks accompanied by fashion photography and video footage of models who epitomized their epochs.”
Von 6. Mai bis 9. August 2009.
Trifft sich hervorragend, denn genau für Juli plane ich einen verlängerten NY-Aufenthalt.