Heute findet die Eröffnung von Tellers Ausstellung “Paradis” bei Johann König statt, in deren Genuß ich bereits ein Jahr zuvor in der Frankenperle Nürnberg kommen durfte bzw. die in Paradis 5 nachzublättern ist. Morgen dann das Wiedersehen bei 032c. “Juergen Teller will present new photographs, selected for the vitrine in the 032c Workshop.” Übrigens: Auch die iPad App von Self Service #33 (danke an Mahret für den Tipp) verzeichnet eine Auswahl von Tellers Kate Moss-Fotografien, die ebenfalls im ZEITmagazin von dieser Woche zu finden sind. Das war’s jetzt aber auch.
Juergen Teller: Big in Berlin
14. Januar 2011Vom Beobachten und Beschreiben der Gesellschaft: 40 Jahre ZEITmagazin
19. Oktober 2010
Ganz neu auf ACHTUNG Zeitgeist: ein Gespräch mit Christoph Amend über Entwicklung, Formate und Zukunftspläne des Magazins sowie die Zusammenarbeit mit Juergen Teller und ein potentielles ZEITmagazin Blog. Hier ein Auszug.
40 Jahre sind ein gutes Alter. Geboren zu Beginn der Siebziger als sich irgendwie alle in den Haaren lagen, bis die Popper in den achtziger Jahren den universellen Kurzhaarschnitt einführten und sich nicht nur dadurch die Wogen glätteten. In den Neunzigern war man sich sowieso einig, bis sich in den Nullerjahren die Diffusion verbreitete. Zeitzeuge davon war und bleibt das ZEITmagazin mit einer finanziell bedingten Auszeit von acht Jahren. Im Mai 2007 wurde dem Supplement der ZEIT unter der Leitung von Christoph Amend wieder LEBEN eingehaucht. Immer noch vorbildhaft für einen vitalen Journalismus sind etwa Günter Wallraffs sozialkritische Enthüllungsreportagen, die Alttagsinterpretationen von Harald Martenstein, der exklusive Buch-Vorabdruck von Moritz von Uslar über drei Monate in Brandenburg sowie die wöchentliche Stilkolumne von Tillmann Prüfer oder Juergen Tellers einmalige Fotokolumne. (…)
Achtung: Auch die Auswahl der Autoren und Fotografen erfolgt sehr bewusst.
Christoph Amend: Als wir das ZEITmagazin 2007 wiederbelebt haben, haben wir von Anfang an gesagt: wir werden uns jede Woche weiterentwickeln. Und dabei ist es geblieben: wir führen immer wieder neue Formate ein, verändern die Gestaltung, die Fotografie, die Illustration von Geschichten. Wir leben in einer Welt, in der unglaublich viele Entwicklungen parallel passieren, beschleunigt durch das Internet. Allein durch Facebook erhalten wir Einblicke in neue Ideen und Vorstellungen in einer Art und Weise, wie das vor zehn Jahren unvorstellbar schien. Das verändert auch das Magazinmachen.
Achtung: Was liest du selbst für Magazine?
Christoph Amend: Bei der Wiedereinführung des Magazins 2007 haben wir uns das “New York Times Magazine” genau angesehen, das von Adam Moss gemacht wurde, der später zum “New York” Magazine gewechselt ist, das ja auch richtig klasse ist. Ich lese wirklich kreuz und quer, deutsch, international, alles. Das “T-Magazine“ unter Stefano Tonchi fand ich großartig, “Fantastic Man”, “Gentlewoman”, “032c”, “I love you”, die “Achtung” natürlich. Von der französischen “Vogue” bis zum “Economist”, von Klatschblättern bis zum “New Yorker”, ich liebe eben Magazine. Da ist übrigens das ipad ein Segen: Endlich kann man in Deutschland Magazine wie den “New Yorker” schön gestaltet online lesen, und nicht erst eine gute Woche nach Erscheinen, wenn es die Exemplare endlich nach Deutschland geschafft haben.
Jürgen macht’s für und mit Missoni
13. Januar 2010


Photo Credits: Juergen Teller for Missoni, taken from The Moment
Man darf den fränkischen Fotografen nie unterschätzen, denn Jürgen (oder eben Juergen, wie er sich im anglophilen Ausland nennt) hat schon wieder zugeschlagen. Wie The Moment heute in aller Herrgottsfrühe berichtete, hat Herr Teller nun von den Gemächern einer aus der Textilwirtschaft bekannten, italienischen Familie Besitz genommen und fotografierte die Mode-Missonis (allen voran Bella Margherita) in Sumirago/Italien nun genauso zauberhaft intim wie er schon Elisabeth von Thurn und Taxis oder seinen Herrn Großvater in den heimischen vier Wänden fotografiert hat. Zuhause ist es eben doch am schönsten und so spart man sich geschwind ein paar tausende Euro für Models und Setting. Ob Mama Angela auch an jenem Tage Spaghetti auf dem Herd hatte und Vino servierte…
Juergen zieht blank
9. Januar 2010
Photo Credits: Juergen Teller’s own, shot in Nürnberg 12/29/09. Edit: self
Eine lohnende Ausstellung? Ja, durchaus. Vor allem für diejenigen, die nicht die Paradis 5, die Self Service, Märchenstüberl oder das Marc Jacobs Anzeigen Best-of ihr Eigen nennen. Alle anderen erwartet Bekanntes in der typischen Gratwanderung zwischen Alltäglichkeit und Absurdität, die manche der Provokation schimpfen. Wie die offene Zurschaustellung von Tellers Gemächt wahlweise Gesäß. Der volle Rundumschlag, noch über einen Monat in Frankens Hochburg.

Photo Credits: Juergen Teller’s own, shot in Nürnberg 12/29/09.
Teller: Back to the roots
8. Dezember 2009
Der nach London emigrierte Juergen Teller gewährt in diesen Tagen seiner fränkischen Heimat mal wieder ein kleines Stelldichdein und zeigt im Rahmen der Ausstellung “Logisch!” in der Nürnberger Kunsthalle seine frühen, ungeschönten Promiaufnahmen von Kurt (Cobain) und Kate (Moss), mit denen er sich in den Folgejahren in die Riege der bekanntesten deutschen Fotografen katapultiert hat. Die Werkschau präsentiert aber auch Tellers neueste Serien – wie die kürzlich besprochenen Aufnahmen aus dem Regensburger Schloß oder die Paradis-Reihe entstanden im Louvre, die jüngst in NYC zu bestaunen war und im zuletzt gezeigten Magazin mit dem gleichen Namen abgedruckt wurde. Photo: (KH.de)
Begleitend im ZEIT Magazin Nr. 50: Einige der ausgestellte Bilder und eine Rezension von Helmut Teller, der über seinen Cousin sagt: “Jürgen ist immer weitergegangen als andere. Er hat nie da angehalten, wo es für mich Grenzen gibt. (…) Er war immer getrieben und ist es immer noch.”
* Randnotiz: Mein schon lange Zeit für Juergen schlagendes, fränkisches Herz denkt sich “sauber” und kann den 21. Dezember kaum erwarten – wegen der Ausstellung und der besten Lebkuchen der Welt auf dem schönsten Weihnachtsmarkt der Welt. So, und wehe dem, der sich nochmal über die Provinz moquiert.
Juergen Teller
Logisch!
Kunsthalle Nürnberg
10. Dez. 2009-14. Feb. 2010