Alle Artikel mit dem Tag ‘In eigener Sache’

California Love – Liebhaber gesucht!

25. August 2011
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Ich reise ja bald an die Westküste. Zum ersten Mal. Drei Wochen lang. Ab Mitte September. Die Destinationen sind (nach einer Woche New York): San Francisco, Montery, Santa Barbara, Los Angeles, San Diego, Las Vegas, Death Valley, Yosemite Park. Nun verbringe ich diese Tage und Nächte schon eifrig mit der Apartment-, Kultur- und Food-Recherche (Ich sag’s ja immer, klappt es mit dem Schreiben nicht mehr, mache ich mein Online-Reisebüro auf). Tipps von anderen finde ich natürlich unheimlich klasse. Wen jemand einen auf Lager hat, also immer raus damit; im Gegenzug gibt’s von mir beste New York, Kapstadt und Bayern-Interna!

Was für Schaumschläger!

15. März 2011

Ich trinke gerne Kaffee. Das ist freilich nichts Ungewöhnliches. Wie so viele andere trinke ich ihn besonders gern am Morgen. Auch das ist eine weit verbreite Sitte, oder vielmehr ein Zwang. Denn ich verlasse eher das Haus, ohne mir die Haare zu kämmen oder meinen Schlüsselbund einzupacken, als ohne vorher einen Kaffee getrunken zu haben oder einen im Thermobecher mitzuführen – mit Milch. Mädchenkaffee.

So gehe ich jedenfalls auf Nummer sicher, keinen dieser aufgeblasenen Milchkaffees für drei Euro aufwärts kaufen zu müssen. Denn wenn ich etwas so schlimm finde wie Zahnpasta mit Lemon-Geschmack, dann ist das Milchkaffee, der zu zwei Dritteln aus aufgeschäumter Milch besteht und überall nur noch Latte Macchiato heißt. Fancy-schmancy und mehr Masse als Klasse. Weil die Milch in 20% aller Fälle (ich relativiere: in meinem Viertel Prenzlauerökoberg in 70% aller Fälle) aus H-Milch besteht, welche ich geschmacklich und gesundheitlich verachtenswert finde (aber ich will nicht zur Redundanz neigen). Vor allem, wenn sie zu Kaffee aus Maschinen serviert wird, bei der kein Cent gespart wurde. Wo bleibt da bitte die ganzheitliche Geschmacksvertretung? Dann lieber guter Filterkaffee. Da bin ich primitiv.

Zurück zum Schaum, denn der funktioniert ja bekanntlich am besten mit H-Milch: Ich hasse Milchschaum! Das weiß auch jedes Café, in dem ich bislang einen Milchkaffee – wenn möglich – mit Biomlich und OHNE Milchschaum geordert habe; und mir dafür schon mal verächtliche Kommentare (“Ob denn Koffein im Kaffee enthalten sein dürfe?! Ja reichlich, du Fuchs!”) eingeholt habe – in einem Stammlokal, von dem ich, ich bin so frei, erwarte, dass sich der “Barristo” (neudeutsch für Kaffeekocher), der immer der gleiche ist, mein müdes Gesicht merkt.  weiterlesen

And so the story goes on. And on. And on.

2. Januar 2011


2010 war ein bewegendes Jahr. Allein schon wegen des Umzugs, aber auch mit zwei verschwundenen Fahrrädern und einem kurzzeitig abhanden gekommenen Auto. Sowie der vielen Ost-West-Gespräche, die auf den Exodus folgten und viel zu selten unter vier Augen stattfinden sollten. Das soll nächstes Jahr anders werden. Andernfalls, und das sagte ich bereits, schwelge ich in Fortsetzungen. Unter dem neuen, alten Paradigma der Unendlichkeit. Ich trinke immer noch am liebsten Wodka Lemon. Es ist Rap, der mich weiterhin beschallt. Die Adidas Superstar leisten treue Dienste wie die schmucke rote Handtasche, die Großvater seiner Liebsten im Italienurlaub vor über dreißig Jahren kaufte. Und auch in der Mode erinnerte man sich 2010 am liebsten dieser Dekade. Mein Kommunikationsdrang, dem ich eigentlich Herr werden wollte, bekommt mit dem iPad (seit dem Fest) ein neues Utensil, dito der Ordnungszwang mit einem Uten.Silo. Ungeachtet dessen wiegen die persönlichen und beruflichen Neuentwicklungen nicht weniger schwer. Doch was davon wirklich Gewicht haben wird, vermag ich heute nicht zu sagen. Außer dass ich mir in diesem neuen Jahr eine Werbepause gönnen werden. Wo das hinführt? Wir werden sehen! Aber ich ließ es bereits anklingen: 2011 wird ein Sensationsjahr.

Slow Mode

27. Dezember 2010

Ich kann nicht behaupten, dass es je anders gewesen wäre. Aber die Tage in der weißen Peripherie Frankens vergehen dieses Jahr besonders gemächlich (weil das Schritttempo auch nichts anderes erlaubt). In etwa so, wie die hiesigen Bedienungen Bellini servieren, der zu 40 Prozent aus Prosecco aus der Schraubverschluss-Flasche besteht und zu 60 Prozent aus Pfirsich-Sirup, während ich überlege, ob ich für eine weitere Zigarettenlänge einen Temperaturunterschied von 32 Grad in Kauf nehmen werde. Es raucht ja keiner mehr von den alten Freunden hier in Coburg. Auch die Türsteher, ein völlig neues Berufsbild, werden strenger, wenn sie meinen Ausweis verlangen, für den sich vor 13 Jahren niemand interessierte, weil ich scheinbar sichtlich mehr Make-up im Gesicht trug. Im Nachhinein freut mich das. Auch ist es völlig okay, einige Knutschausrutscher von damals zu sehen. Wir werden alle älter; vor allem die mit den Kindern, dem Hund und dem Eigenheim. Die Scham blättert langsam ab. Denn eigentlich mag ich ja dieses Kontinuum – mit den gleichen, vertrauten Gesichtern und der Mode, die noch Stiefel über Jeans goutiert, oder weiteste Snowboardjacken. Wo hängt gleich nochmal meine? Ein Snowboardausflug in den Thüringer Wald wäre doch eine gelungene Abwechslung. Darauf noch einen Bellini! Gehabt euch wohl!

(Photo via Sabine S., der Kommentatorin dieses Beitrags)

Candy Colors: History repeating

29. Juli 2010

Damals mit 18 in der ersten Bude mit Elli über der miefigen Gaststätte, in der die Kleinstadt-Rechten täglich bei Braten und Bier verkehrten und über dem debilen Rentnerpaar, das so alt noch gar nicht war, war jedes Zimmer in einem anderen Pastellton gestrichen. Die Küche rosa-lila, der Flur hellblau, mein Zimmer apricot, das von Elli gelb. Im Laufe der nächsten vier Wohnungen nahm das Engagement zu streichen und die Präferenz für Farbe ab. Auch im Kleiderschrank wich die romantische Regenbogenordnung allmählich den gedeckten Farben, allen voran dem Schwarz-Weiß-Realismus. Nun stehen diesen Sommer Pastelltöne auf der Mode-Agenda von Chanel und American Apparel wieder ganz oben. Ich gehe im Gleichschritt und reise mit der Wahl der heutigen Süßigkeit noch einmal in die Vergangenheit, wenn auch nur für die nächsten zwei Stunden, bis ein blankes Gummibändchen von höllischen Zahnschmerzen zeugt.