Alle Artikel mit dem Tag ‘Guy Bourdin’

Kind, mach doch mal sexy!

27. Oktober 2011

Foto: Screenshot aus Trailer bei youtube.com

Anfang des Jahres monierte ich die Produktion “Cadeaux” (Franz. VOGUE) der Carine Roitfeld, die sich auf die Spuren eines Guy Bourdin begab, und Mädchen im Grundschulalter in lasziver Anmutung inszenierte. Die Öffentlichkeit diskutierte daraufhin eifrig über Freiheit der Kunst versus Schutz des Kindes. Über das, was wirklich im Kopf der jungen Laien-Models vor sich ging, wusste freilich niemand zu berichten. Nun nimmt sich ein Film der Thematik an. Mit autobiografischem Hintergrund. “I am not a f… princess.” läuft seit heute in den deutschen Kinos und zeigt die Geschichte der Eva Ionesco (inzwischen 46 und Regisseurin), die ihrer Mutter, der Fotografin Irina Ionesco, als Kind und Jugendliche in sexuell aufgeladenen Posen Model stand. Über diese Zeit sagt sie in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 23.10.2011: “Was mich beunruhigt hat, war, dass andere das, was sie machte, gutzuheißen schienen. Sie hat ja viel Applaus für ihre Fotos bekommen, galt als große Künstlerin. Am Anfang war das natürlich alles sehr unbewusst, aber ab dem Zeitpunkt, an dem ich ein Bewusstsein für meinen Körper entwickelt hatte, habe ich mich gefragt, was das eigentlich für eine abartige Sache ist.” (S. 27) Ob die prominente Anklage derartigen Bildern Einhalt gebietet? Es ist zu hoffen!

Stilvorlage: Zimmermädchen

6. Juli 2011

Credits: queeninheels.com

Was noch fehlte: Ein Nachtrag von Guy Bourdin zu diesem Thema.

Stilvorlage: Kids Couture

14. Januar 2011

Credits: Gawker
Credits: In Between, Guy Bourdin
Credits: Tina Winkhaus

Es ist nicht gaz neu, dass Carine Roitfeld sich mit einem Editorial namens “Cadeaux” von der französischen VOGUE verabschiedet hat, mit dem sie ein letztes Mal (?) ihren Status als Agent Provocateuse der Modewelt manifestiert: Markantes Make-up an Mädchen im Primärschulalter. Dazu erwachsenes Posing, lasziv, empfänglich, ganz Lolita. Das mochten die Wenigsten. Dabei ist das Sujet per se längst im Seniorenalter: im Alltag – denn welches Mädchen hat nicht die Kleider der Älteren angezogen, hat sich einmal mit dem Lippenstift quer über den Mund gefahren, um dann vor dem Spiegel kindisch zu posieren. Aber auch in der öffentlichen Inszenierung – fotografierte schon in den späten Siebzigern Guy Bourdin (ebenfalls für die französische VOGUE) verführerisch getrimmte Mädchen, damals noch halbnackt. Und erst kürzlich stellte das Tape in Berlin derartige Werke von Tina Winkhaus aus. Wie wäre es nun mal wieder mit etwas Neuem? Etwas, das nicht so knapp an der Grenze des schlechten Geschmacks vorbeischlittert, wie selbst die Konkurrenz, Franca Sozzani, Chefin der Italo-VOGUE festhält: “How about little girls? Wearing heavy make up, sexy clothes, posing in poses that are outrageous for their age. The movie Pretty Baby with Brooke Shields talks about a baby prostitute, but without being vulgar, the images were actually romantic for the harsh reality portrayed in them.”  weiterlesen

Mad Women: Alex Prager im MoMA

19. August 2010



YouTube Preview Image All Credits: Alex Prager Photography

Die Frauen und Mädchen aus Alex Pragers Fotografien tragen sechziger Jahre Garderobe und viel Make-up. Die synthetischen Szenen, in denen sie sich bewegen, scheinen auch ein halbes Jahrhundert zurückzuliegen. Und lassen sich mühelos mit der übersteigerten Dramaturgie eines Guy Bourdin in Verbindung bringen (und weniger mit einer Fotoserie aus 2010: “Week-end”.) Prager arbeitet mit gezielten Momentaufnahmen, die auch einem Film von Hitchcock oder Wim Wenders “Paris, Texas” entstammen könnten. Nicht die Ausbildung, denn die gibt es nicht, sondern ein auf langen Reisen geschultes Auge sorgte dafür, dass Prager ankommt in der Kunstwelt. Nach mehreren Galerie-Exkursen stellt die Kalifonierin im MoMA aus. Und ich würde mir das sehr gerne einmal ansehen.  weiterlesen

(Neo)Glamour: Guy Bourdin vs. David LaChapelle

17. März 2010


Guy Bourdin


David LaChapelle

Der eine, Guy Bourdin, brach in den sechziger und siebziger Jahren mit allen Koventionen der bisherigen Modefotografie und vererbte seiner Nachwelt ein neues Maß an Inszenierung derselbigen. Erotisch, aber höchst ästhetisch, sowie voller surrealer Max Ernst-Momente, ist sein fotografisches Werk für Charles Jourdan von außerordentlicher Brillanz.
Der andere, David LaChapelle, ging noch einen Schritt weiter und trieb diese verstörende Motivik auf die Spitze der Popkultur und stach dabei nicht selten mit religiösen Rückbezügen, fatalistischen Metaphern und übersteigerter Sexualität aus seiner Zunft (hervor). Im Gegensatz zu Bourdin greift er damit nicht nur die Sehnerven an. Das Vorbild ist jedoch gesetzt.   weiterlesen