Alle Artikel mit dem Tag ‘Fashion’

Bill Cunningham New York

18. März 2011
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“He seeks out and captures humanity amid the maelstrom of life, looking for what Harold Koda, chief curator at the Costume Institute at the Metropolitan Museum of Art, describes in the film as “ordinary people going about their lives, dressed in fascinating ways.” In these fleeting and otherwise unseen or unremarked moments, Mr. Cunningham finds something creative, life-affirming and free, and preserves it forever. (…) – an intimate portrait that feels more found or captured than it does constructed.”

(Bill Cunningham macht das, was heute seine Enkel Schuman oder Rodic im Netz machen, seit Jahrzehnten für Print. Aus der Rezension von Carina Chocano für die New York Times)

Das Mode-Gebot

20. Dezember 2010

Für die aktuelle Ausgabe des Quality Magazines habe ich einen Beitrag zum Handel mit Vintage-Couture verfasst – handelt es sich hierbei um einen Markt mit exorbitanten Summen, die in dieser Dimension vor ein bis zwei Jahrzehnten den Auktionären utopisch vorkamen. Undenkbar inzwischen genauso das Erstehen eines Chanel Täschchens aus den achtziger Jahren auf dem Flohmarkt. Denn spätestens seitdem Museen die Mode für sich entdeckt haben, ist die Nachfrage so viel größer als das Angebot, sodass inzwischen vermehrt Gebote im fünfstelligen Bereich für bestimmte Designer und Epochen abgegeben werden. Wo das der Fall und auch von wem, sowie wo es – im Verhältnis – noch günstiger zugeht, lesen Interessierte bitte ab S. 110 in der Ausgabe mit dem Titel “Was ist Luxus?”.

Zuerst war die Zeichnung

14. November 2010

Antonio
Bevor neue Kollektionen als Fashion Filme präsentiert wurden und provokante Editorials musealen Charakter erhielten, arbeiteten Mode-Magazine wie VOGUE oder Harper’s Bazar vom Art Déco bis in die Achtziger Jahre hinein mit Illustratoren, damit die Öffentlichkeit sich ein Bild machen konnte von stilbildenden Strömungen aus Paris, Mailand und New York.
“Drawing Fashion” widmet dem Genre der Modezeichnung nun eine Ausstellung im Designmuseum London sowie einen ausführlichen Bildband (Random House/Prestel, 59 Euro).
Die hier gezeigte Sammlung der Münchner Galeristin Joelle Chariau enthält unter anderem Auftragsarbeiten von Chanel, Balenciaga, Dior oder Alexander McQueen und die Jahrzehnte prägenden Werke von Georges Lepape, Christian Bérard, Antonio oder Mats Gustafson. Ein den Katalog eröffnendes Essay von Holly Brubach, Autorin des New York Times Magazine, und Colin McDowell von der Sunday Times setzt diese Art der Modedarstellung in ihren sozialen und kulturellen Urspung: “But many aspiring fashion followers had no direct contact with such people, so how could they know what to wear? They looked for sources of information that were cheap and reliably up to date. And they found them in drawings done at court to illustrate the latest styles being worn by the grand and famous.” Inszenierung wohnt beidem inne, der Fotografie und der Zeichnung, doch stellt gerade “Drawing Fashion” einen intimen Umgang mit dem Textil und die pointierte Reflektion dessen heraus.   weiterlesen

Mad about Selling

9. November 2010

Hierzulande moniert man es laustark, wenn Designer kommerzielle Kooperationen eingehen. In den USA ist es business-as-usual, dass angesagte Designerinnen wie Anna Sui oder Rodarte Kollektionen im Niedrig-Preissegment für eine nicht so angesagte Kette wie “Target” entwerfen. Die Stylistin der omnipräsenten Werbe(r)pause “Mad Men”, Janie Bryant, erkannte ebenfalls ihre Gunst der Stunde und stellt unter dem Namen “Janie Bryant MOD” 20 Eigenkreationen mit Vintage-Attitüde und viel Leopadenplüsch auf QVC zum Verkauf. Das ist natürlich (als Nachfolgerin von Patricia Field und ihrer Sex-and-the-City-Kollektion 2008) gefälliger als The King-of-Kitsch Harald Glööckler auf HSE24, auch wenn das Prinzip dasselbe ist. Ein Buch hat die fleißige Janie übrigens zeitgleich lanciert: “The Fashion File”. Und man wird noch mehr von ihr hören, wenn sie der NYTimes sagt: “You have no idea how ambitious I am.”

Freunde von Freunden: Kostas Murkudis

14. Oktober 2010

Kostas Murkudis, deutscher Modedesigner mit internationalem Ruf, wurde 1959 in Dresden geboren und wohnt nach Aufenthalten in München oder Wien wieder in Berlin. Hier studierte er bereits am Lette-Verein Modedesign und betreibt heute im Westen der Stadt erfolgreich sein gleichnamiges Label. Dazwischen kam es zu Intermezzi bei Wolfgang Joop, Helmut Lang oder als Chefdesigner bei New York Industries, bevor er sich erneut der eigenen Linie widmete. Diese ist geprägt von anspruchsvollster Schneidertechnik im Spiel mit den Materialien. Und verlangt nicht nur deshalb einen zweiten Blick auf die gewissenhafte Komposition aus Farbe und Form – so auch bei Murkudis’ aktueller Herbst-/Winter-Kollektion, die aus einer Vielzahl von konstruktivistisch-skulpturalen Einzelmomenten in Gold, Gelb, Schwarz und Weiß besteht. Daneben ist Murkudis offen als Gastdesigner für andere Unternehmen tätig und zeichnet sich für Kooperationen mit Schiesser, der Schuhmanufaktur Ludwig Reiter, Johnstons Cashmere, Karstadt oder seit Anfang dieses Jahr mit dem italienischen Taschenlabel Coccinelle verantwortlich. Murkudis’ Herangehensweise an Mode entspricht auch der Art, wie er Antworten liefert: Gewählt, bedacht und unprätentiös auf den Punkt. Was kaum verwundert, denn er war es, der einmal über seine Profession sagte: “Mode ist Kommunikation. Es ist das Mittel, mit dem ich mich auf die bestmögliche Art ausdrücken kann.”Zum Interview über künftige Projekte, Inspirationen und das Erbe seiner Tätigkeit bei Helmut Lang für Freunde von Freunden bitte hier entlang.

Photo Credits: Ailine Liefeld