22. September 2011

Meine Top 5 Kaffeebutzen aus San Francisco – die meisten davon in The Mission angesiedelt, wo genächtigt wurde. Da lag der Weg zu gutem Kaffee nah. Gut so!
1. Four Barrels Coffee: kein W-Lan, kein Gebäck, dafür extra cremiger Milchkaffee nach langer Wartezeit.
2. “Philz” in The Castro: Auswahl aus über 20 Kaffeesorten, die im Papierfilter während ständigem Umrühren aufgebrüht werden. W-Lan und viel Nachbarschaft.
3. “The Summit”: Großer Raum für Macbook-Nutzer. Im Angebot: Biomilch, jede Menge Snacks sowie Iced Matcha Tea.
4. “The Mission Beach Cafe”: bietet nicht nur super Frühstück und Dinner und ist deswegen zu Stoßzeiten sehr voll, sondern auch klasse Milchkaffee mit “Blue Bottle Coffee”
5. “Blue Bottle Coffee”: Alteingesessene Rösterei mit Filiale unter anderem im Ferry Building. Für den puren Geschmack am besten Espresso ordern.
21. Juli 2011

Ich war lange auf der Suche nach guter türkischer Kost. Vegetarisch, versteht sich; und jenseits von schleimigen Salat-Taschen. Bei “Bal Köfteci” am Kottbusser Damm 101 in Neukölln meine ich nach dem ersten Besuch, diese gefunden zu haben. Besonders schätze ich hier, dass ich (als diejenige, der immer irgendwas an der vorgegebenen Speiseordnung nicht passt) mir mein Gericht selbst zusammenstellen kann: als sogenannter “Vegetarischer Wunschteller” für 4,50 Euro. Den kann man sich – wie man sieht – eigentlich auch gut zu zweit teilen, insofern nicht futterneidisch.
16. Mai 2011

Ein Geheimtipp, der längst keiner mehr ist: Im Fortuna’s Feast in Neuköllns gentrifiziertester Meile, der Weserstrasse, lädt Suzy Fracassa jeden Freitag zum Private Dining ein. An manchen Sonntagen gibt es Brunch. Obgleich das Wort “Private Dining” eine überschauliche Runde suggeriert – eine, in der man sich kennt oder spätestens bei der Vorspeise kennengelernt hat – führt Suzys E-Mail Verteiler 1.000 potentielle Gäste. Bis zu 40 von ihnen lassen die Woche an einem der großen Tische, die unter der Woche nicht genutzt werden, ausklingen. Wer meint, dass das nahe Beieinandersitzen unentwegt Gesprächsbedarf bedeute, liegt falsch. Man bleibt größtenteils unter sich; durch den Raum raunen viel englische Sprachfetzen. Es werden an diesem Abend gereicht, nach einem grünen Salat und einem Bohnen-Zucchini-Pesto Eintopf, die institutionalisierten “Little Dishes” – mittelgroße Speisen zu ca. 8 Euro, die beliebig kombiniert oder miteinander geteilt werden können; zwei von ihnen vegetarisch (das – wie ich meine, unvergessliche – israelische Cous Cous mit Edamame, Zuckerschoten und grünem Spargel sowie Artischoken-Spinat-Crostini). Daneben: gegrillte Scampi und ein Taco gefüllt mit Hühnchen zu Krautsalat. Auf das jeweilige Menü legt sich Suzy zwei bis drei Tage zuvor fest.

Von Montag bis Donnerstag steht Suzy in derselben kleinen Küche im hinteren Teil der beiden Gasträume und bereitet ihr Catering zu – mal für große Firmenmeetings oder Hochzeiten, ein anderes mal für eine Fotoproduktion von zehn Mann. (Während eines solchen habe ich zum ersten Mal Suzys Kochkünste getestet und war mehr als begeistert. Vom Salatdressing genauso wie von der Pasta mit Radiccio und Pilzen).
Der gute Geschmack und die Akribie bei der Auswahl der Zutaten kommen nicht von ungefähr. Auch Suzys Eltern sind leidenschaftliche Köche, deren jeweiliger kulinarischer Hintergrund aus unterschiedlichen Regionen Italiens zu kontrastreichen Neukreationen in der heimischen Küche führte. Bevor Suzy selbst professionell zu kochen begann, arbeitete sie in New York in der Werbung: einer Branche, in der Genuss nur in den Headlines geschrieben steht. Irgendwann hatte sie davon genug (“I hated this business”) und ging in die Gastronomie. Wobei sie in den Restaurants an der Upper East Side weniger als kochende Kraft tätig war denn als Waitress. Der Liebe wegen zog Suzy 1999 schließlich nach Berlin, drei Jahre später startete sie ihr Catering Business “Fortuna’s Table”. 2008 kam das “Feast” als Supperclub hinzu. Wem der übrigens noch nicht “private” genug ist, der kann die subtil, aber anspruchsvoll eingerichteten Räumlichkeiten für eigene Anlässe inklusive personalisierter Speisen, Getränke und Service mieten. Bei einem Rosen-Digestif, der nach dem gehaltvollen Sticky Toffee Banana Pudding seinen Nutzen voll entfalten konnte, fand Suzy Zeit, ein paar Fragen zu beantworten. weiterlesen
11. November 2010

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich vor 12 Jahren skeptisch im neuen Sandwichladen der Kleinstand stand, dem neben der Videothek, von dem man voller Pioniergeist meinte, ein Stück USA in fränkische Gefilde importiert zu haben. Ich orderte ein Käsesandwich. Und ja, man meinte es sicher gut, und sicher waren die Geschmacksnerven zu dieser Zeit andere, aber das ungetoastete, leicht feuchte Weissbrot, in das eine Packung Pizzakäse (wahrscheinlich analoger Art) mit viel sauren Gurken gedrückt wurde, konnte ich so nicht goutieren. Sieben Jahre später machte mich das Studentendasein zum ersten Mal mit Subway bekannt. Das Brot war immerhin getoastet und in verschiedenen Varianten erhältlich, die alle gleich schmeckten. Die Beläge reichlich, aber doch nicht genug. Trotzdem aß ich in meinem Leben wiederholt ein Sub. Mit Frischkäse und einer prekären Gemüsejuilenne. Bestimmt achtmal. Immer auf dem Weg zur Autobahn, weil die Shell-Tankstelle daneben nur Schokoriegel und Knackwürstchen offerierte. Inzwischen gibt es dank des Franchisebooms vor drei Jahren auch in der fränkischen Kleinstadt eine Subway-Filiale, nachdem Mc Donald’s hier seine Pforten schließen musste. Zu junge Laufkundschaft, zu viele 1 Euro-Verkäufe, Null Gewinn. Ob das hier ein Zeichen für Gentrifizierung ist? weiterlesen
23. Juli 2010

Der zweite Besuch nach der inoffiziellen Eröffnung im Bixels in der Baustellen-geschädigten Mulackstrasse für: Ofenkartoffeln in anständiger Größe, die erst mit etwas Butter und geriebenem Käse angemacht werden, bevor sie seriös befüllt werden. Nicht mit gestockter Sour Cream und einem müden Blatt ungewaschener Petersilie, sondern in der vegetarischen Variante bspw. mit Minzquark, Feta, Artischocken und Möhrensalat. So forget about the carbs!