1. Dezember 2011

Parfum ist immer persönlich. PORTJEE ist so ein Parfum. Es ist sogar das persönlichste Parfum aller Zeiten. So ist das nämlich am 30.: Da gibt es maßgeschneiderte Hip Hop-Touren durch die Bronx und Düfte, die in keinem anderen Boudoir stehen. Denn der Flakon ist ein liebevolles Einzelexemplar. Freunde haben ihn mir geschenkt: Stefan und Hanna. Stefan ist ausgebildeter Produktdesigner und sieht nicht nur immer tadelhaft gekleidet aus, sondern steckt in Geschenke und Eigenbauten ähnlich viel Mühe. Das Konzept hinter dem Duft-Flakon stammt von Hanna. Sie erzählte mir, dass es Berlin sei, was sie zur Flakon-Form inspiriert hätte: Die vielen einzelnen Aspekte. Das ewig Unfertige. Das Rohe. Das Schmutzige. Der Dreck auf der Straße. So stammen alle Holzteile von der Straße, aufgesammelt von Kreuzberg bis Mitte. Der Name ist ebenfalls typisch Berlinerisch und kann übersetzt werden mit – wen wundert’s – Portier bzw. Hauswart. Nur der Duft darin, der ist keineswegs schmutzig oder unfreundlich. Sondern sehr floral, ohne lieblich zu sein. Und das Beste: PORTJEE erinnert mich doch glatt an Mama’s Montana.
PS: Stefan entwirft auch für andere. Anfragen leite ich gerne weiter.
24. September 2010
Credits: plan59.com
Ich wüsste gerade nicht, was gegen Küchenmöbiliar spricht, das sich in zartesten Pastelltönen gegen diese dunkelrote Lackküche aus Schweden oder die perlweißen Versuche der Vorstadt-Möbelhäuser zur Wehr setzt. Ganz und gar nicht. Vor allem nicht, wenn man diese Perfektion an Stauraum beachtet. Ich glaube sogar fest, dass ich sonntags nirgendwo anders Schwarzwälderkirschtorte und Hawaii-Toast besser zubereiten könnte als genau an jenem Ort.
2. August 2010

Die Ausbeute des sonntäglichen Flohmarktbesuchs am Arkonaplatz, der wie es einmal ursprünglich angedacht war mit dem Erstehen von zwei Stühlen und anderem lebensnotwendigem Möbiliar enden sollte, damit die jüngste Wohnraum-Verlagerung einigermaßen sittlich voranschreite, ist so unauffällig, dass er diesmal wirklich nichts zu meckern hatte. Der Magazinhalter aus der Generation 50plus mit stabilem Plexiglas und goldigem Innenleben fügt sich, noch unbestückt, so nahtlos in die gähnende Leere des vermeintlichen Wohnzimmers ein wie die Staubflusen im Sonnenlicht. Auf baldige Völlerei in 74 Quadratmetern.
28. Februar 2010

Nennt mich ruhig Mädchen, infantiles Geschöpf! Disqualifiziert mich als farbenblind oder debil. Aber das Pariser Büro von Ex-Model, Lagerfeld-Muse und Vivier-Trägerin Inès de la Fressange gibt meinen Wohn(t)räumen Form und Farbe. Es sind die kleinen, kurios komponierten Stilleben, die meiner gedanklichen Konfusion Struktur gewähren. Und es ist die Farbe Rosa, die mich so sanft einlullt wie eine vorgewärmte Cashmere-Decke. Ines, bei dir fühl ich mich gleich wie zuhause. weiterlesen
17. Februar 2010
Eine Anschaffung, die mit den neuen Räumlichkeiten und dem ersten Gehaltsscheck auch jenseits meiner kühnsten Träume Gestalt annehmen wird, ist das Uten.Silo von Vitra – ein Design-Kabinettstück von Dorothee Becker (1969), das “form follows function” in Exzellenz erfüllt und meinem Ordnungstrieb gerecht werden wird. Denn wo kann ich schöner Stifte, Feuerzeug, Rubellose, Fruchtriegel, Pfandbons und Vitamintabletten und was ich sonst noch alles abendlich aus meiner überfüllten Handtasche fische, verstauen als in einem stilbildenden Setzkasten für Erwachsene, bei dem Überraschungseierfiguren keine Chance haben?