Alle Artikel mit dem Tag ‘Berlin’

Die neue Sandwich-Generation

11. November 2010

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich vor 12 Jahren skeptisch im neuen Sandwichladen der Kleinstand stand, dem neben der Videothek, von dem man voller Pioniergeist meinte, ein Stück USA in fränkische Gefilde importiert zu haben. Ich orderte ein Käsesandwich. Und ja, man meinte es sicher gut, und sicher waren die Geschmacksnerven zu dieser Zeit andere, aber das ungetoastete, leicht feuchte Weissbrot, in das eine Packung Pizzakäse (wahrscheinlich analoger Art) mit viel sauren Gurken gedrückt wurde, konnte ich so nicht goutieren. Sieben Jahre später machte mich das Studentendasein zum ersten Mal mit Subway bekannt. Das Brot war immerhin getoastet und in verschiedenen Varianten erhältlich, die alle gleich schmeckten. Die Beläge reichlich, aber doch nicht genug. Trotzdem aß ich in meinem Leben wiederholt ein Sub. Mit Frischkäse und einer prekären Gemüsejuilenne. Bestimmt achtmal. Immer auf dem Weg zur Autobahn, weil die Shell-Tankstelle daneben nur Schokoriegel und Knackwürstchen offerierte. Inzwischen gibt es dank des Franchisebooms vor drei Jahren auch in der fränkischen Kleinstadt eine Subway-Filiale, nachdem Mc Donald’s hier seine Pforten schließen musste. Zu junge Laufkundschaft, zu viele 1 Euro-Verkäufe, Null Gewinn. Ob das hier ein Zeichen für Gentrifizierung ist?   weiterlesen

Die Antwoord: in your face

10. November 2010
http://www.vimeo.com/16676124

Die Antwoord, gestern live im Maria. Ein kurz(weilig)es Konzert mit vollem Körpereinsatz der Kleinen und des Sehnigen und einem fast schon bewegungslosen DJ Hi-Tek. Zef Power at its finest. Wer heute noch Karten für Köln (ca. 20 Euro) bekommt, kann sich glücklich schätzen und sollte das auf jeden Fall wahrnehmen. Denn so meine Antwort auf Die Antwoord: Ja, ich will! Nochmal. Und immer wieder.
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Printexpansion wider der Krise

5. November 2010

Was lange währt, wird endlich gut. Nachdem Jessica Reitz und Mark Kiessling von Berlins Magazin-Fachgeschäft “do you read me?!” aufgrund ihrer verschiedenen Messepräsenzen selten gemeinsam in der Auguststrasse 28 in Mitte anzutreffen waren, ist das Interview mit den beiden nun seit ein paar Tagen online auf Achtung-Zeitgeist. Darin erzählen sie über die sich am besten verkaufenden Pubilkation, neue Tendenzen im Editorial Design und eine Veränderung des Magazinkonsums durch Blogs und das iPad. Dazu ein Auszug…

Achtung: Wie gefallen Euch die neuen Magazine, die aus Blogs entstanden sind?

Jessica Reitz: Bei “I love you“ finde ich das sehr gelungen. Ich finde es aber auch interessant, dass es nicht länger nur zwei Medien sind, die sich voneinander abgrenzen, sondern dass sich das mitunter hervorragend ergänzen kann. Auch “I like my Style“ kommt ganz gut an…

Mark Kiessling: …wobei das ja auch gut nur als Blog funktionieren würde. Aber auch andersherum, wie beim Achtung Zeitgeist, können aus Print-Magazinen interessante Blogs entstehen oder eben wie beim “T Magazine“, welches ja gedruckt alle zwei Wochen erscheint und online nahtlos fortgeführt wird. Ich glaube, dass die Synergieeffekte von Blog und Print noch lange nicht ausgereizt sind und wir uns noch auf einige gute Publikationen aus diesem Bereich freuen können.

Achtung: Denkt Ihr persönlich, dass neue Technologien wie das iPad Einfluss auf den Konsum von Printprodukten haben werden?

Jessica Reitz: Nein. Ich denke, für die reinen Informationsmedien wie den “Spiegel“ wird es schwieriger werden. Aber ich merke es an mir selbst oder wenn ich mit Kunden spreche: mit einem iPad liest man einfach anders. Es geht dabei aber auch vorallem um den selbstverständlichen Umgang mit dem Medium, bzw. dem Distributionsweg Internet selbst. Zum Beispiel “The Economist“, da kostet von Anfang an die Online-Ausgabe so viel wie die Print-Ausgabe. Und in dieser Hinsicht haben die Verlage einfach auch etwas verpasst – zu denken, dass sie das alles kostenlos anbieten müssen, obwohl Inhalt und Recherche den gleichen Aufwand verlangen. Da kann das iPad oder der iTunes-Store mit neuen Vertriebstrukturen wiederum sicher auch eine Unterstützung sein.

Mark Kiessling: Es gibt sicher Inhalte, die via iPad besser oder einfacher, vermittelt werden können. Fotografen drehen immer öfter auch Videos und auch die Mode hat mit „Fashion Films“ ein neues Genre erobert. Dies lässt sich natürlich via iPad viel direkter in ein “Magazin“ einbinden, als über eine umständliche URL-Angabe. Aber Gedrucktes wird immer seinen eigenen Reiz behalten.

Daheim und Domäne

21. Oktober 2010



Als Kind fand ich es immer großartig, wenn auf einem der fränkischen Bauernhöfe rund um die Kleinstadt ein Hoffest stattfand. Mit Unmengen an Schmandbroten und einfältigen Schafverfolgungen nach einem tiefen Schluck Federweißer. Mittlerweile verbringe ich viel freie Zeit im Sloerm oder zuhause vor dem Rechner. Eine grüne Oase kann man beides nicht nennen. Wirklich nicht. Auch die Wanderausflüge in die Voralpen wiechen beziehungsbedingt in vielen Fällen einer Freifahrt ans Meer sowie die Heimatbesuche dem Büroalltag. Deswegen werden zumindest die Wochenenden dazu genutzt, dem Bildschirm fern zu bleiben und sich der Flora und Fauna zu nähern. Eine Freundin wies mir den Weg zur Domäne Dahlem, dem ehemaligen Rittersitz und heutigem Landgut in unmittelbarer Nähe der U-Bahn Station Dahlem-Dorf mit ehrlichem Ackerbau, Schweinen, Rindern, Gänsen, Kohlköpfen, Himbeeren, heißem Punsch und Kartoffelpuffer mit Apfelmus.   weiterlesen

Freunde von Freunden: Kostas Murkudis

14. Oktober 2010

Kostas Murkudis, deutscher Modedesigner mit internationalem Ruf, wurde 1959 in Dresden geboren und wohnt nach Aufenthalten in München oder Wien wieder in Berlin. Hier studierte er bereits am Lette-Verein Modedesign und betreibt heute im Westen der Stadt erfolgreich sein gleichnamiges Label. Dazwischen kam es zu Intermezzi bei Wolfgang Joop, Helmut Lang oder als Chefdesigner bei New York Industries, bevor er sich erneut der eigenen Linie widmete. Diese ist geprägt von anspruchsvollster Schneidertechnik im Spiel mit den Materialien. Und verlangt nicht nur deshalb einen zweiten Blick auf die gewissenhafte Komposition aus Farbe und Form – so auch bei Murkudis’ aktueller Herbst-/Winter-Kollektion, die aus einer Vielzahl von konstruktivistisch-skulpturalen Einzelmomenten in Gold, Gelb, Schwarz und Weiß besteht. Daneben ist Murkudis offen als Gastdesigner für andere Unternehmen tätig und zeichnet sich für Kooperationen mit Schiesser, der Schuhmanufaktur Ludwig Reiter, Johnstons Cashmere, Karstadt oder seit Anfang dieses Jahr mit dem italienischen Taschenlabel Coccinelle verantwortlich. Murkudis’ Herangehensweise an Mode entspricht auch der Art, wie er Antworten liefert: Gewählt, bedacht und unprätentiös auf den Punkt. Was kaum verwundert, denn er war es, der einmal über seine Profession sagte: “Mode ist Kommunikation. Es ist das Mittel, mit dem ich mich auf die bestmögliche Art ausdrücken kann.”Zum Interview über künftige Projekte, Inspirationen und das Erbe seiner Tätigkeit bei Helmut Lang für Freunde von Freunden bitte hier entlang.

Photo Credits: Ailine Liefeld