
Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich vor 12 Jahren skeptisch im neuen Sandwichladen der Kleinstand stand, dem neben der Videothek, von dem man voller Pioniergeist meinte, ein Stück USA in fränkische Gefilde importiert zu haben. Ich orderte ein Käsesandwich. Und ja, man meinte es sicher gut, und sicher waren die Geschmacksnerven zu dieser Zeit andere, aber das ungetoastete, leicht feuchte Weissbrot, in das eine Packung Pizzakäse (wahrscheinlich analoger Art) mit viel sauren Gurken gedrückt wurde, konnte ich so nicht goutieren. Sieben Jahre später machte mich das Studentendasein zum ersten Mal mit Subway bekannt. Das Brot war immerhin getoastet und in verschiedenen Varianten erhältlich, die alle gleich schmeckten. Die Beläge reichlich, aber doch nicht genug. Trotzdem aß ich in meinem Leben wiederholt ein Sub. Mit Frischkäse und einer prekären Gemüsejuilenne. Bestimmt achtmal. Immer auf dem Weg zur Autobahn, weil die Shell-Tankstelle daneben nur Schokoriegel und Knackwürstchen offerierte. Inzwischen gibt es dank des Franchisebooms vor drei Jahren auch in der fränkischen Kleinstadt eine Subway-Filiale, nachdem Mc Donald’s hier seine Pforten schließen musste. Zu junge Laufkundschaft, zu viele 1 Euro-Verkäufe, Null Gewinn. Ob das hier ein Zeichen für Gentrifizierung ist? weiterlesen



Kostas Murkudis, deutscher Modedesigner mit internationalem Ruf, wurde 1959 in Dresden geboren und wohnt nach Aufenthalten in München oder Wien wieder in Berlin. Hier studierte er bereits am Lette-Verein Modedesign und betreibt heute im Westen der Stadt erfolgreich sein gleichnamiges Label. Dazwischen kam es zu Intermezzi bei Wolfgang Joop, Helmut Lang oder als Chefdesigner bei New York Industries, bevor er sich erneut der eigenen Linie widmete. Diese ist geprägt von anspruchsvollster Schneidertechnik im Spiel mit den Materialien. Und verlangt nicht nur deshalb einen zweiten Blick auf die gewissenhafte Komposition aus Farbe und Form – so auch bei Murkudis’ aktueller Herbst-/Winter-Kollektion, die aus einer Vielzahl von konstruktivistisch-skulpturalen Einzelmomenten in Gold, Gelb, Schwarz und Weiß besteht. Daneben ist Murkudis offen als Gastdesigner für andere Unternehmen tätig und zeichnet sich für Kooperationen mit Schiesser, der Schuhmanufaktur Ludwig Reiter, Johnstons Cashmere, Karstadt oder seit Anfang dieses Jahr mit dem italienischen Taschenlabel Coccinelle verantwortlich. Murkudis’ Herangehensweise an Mode entspricht auch der Art, wie er Antworten liefert: Gewählt, bedacht und unprätentiös auf den Punkt. Was kaum verwundert, denn er war es, der einmal über seine Profession sagte: “Mode ist Kommunikation. Es ist das Mittel, mit dem ich mich auf die bestmögliche Art ausdrücken kann.”Zum Interview über künftige Projekte, Inspirationen und das Erbe seiner Tätigkeit bei Helmut Lang für