Alle Artikel mit dem Tag ‘Berlin’

Maison de Le Corbusier

1. Februar 2011



Exkursion in den Wilden Westen, nach Westend: zur Ausstellung “Bilder und Wohnobjekte der sechziger Jahre” im Corbusierhaus in der Flatowallee 16, Raum 9 Wohnung 158 (jeden Sonntag von 12 bis 17 Uhr). Klaustrophobisch veranlagte Menschen sowie jene mit Angst vor dem Krankenhaus sollten eine Begehung der Innenräume tunlichst vermeiden. Das Äußere dieses Human-Setzkastens gibt ja auch eine Menge her.   weiterlesen

It ain’t over till it’s over: Rückblick auf 4,5 Tage Mode in Berlin

25. Januar 2011

LeVer Couture

Ja, in den letzten Jahren wurde nicht nur Herausragendes über die Berliner Fashion Week berichtet; hätte auch nicht dem Stand der Dinge oder ihrer Entwicklung entsprochen. Am wenigsten war das in den Gazetten der Fall, die sich mehr mit dem Ausschnitt einer Jenny E.-E. beschäftigen, als mit der gezeigten Oberbekleidung. Dass die Berliner Modewoche allerdings in ihren jungen Jahren beim Spiegel schon als Rohrkrepierer eingestuft wird, brüskiert. Organisch gewachsen wie die vermeintliche Konkurrenz in Paris oder New York ist die deutsche Instititution in 3,5 Jahren sicher nicht. Das wäre wohl aber auch etwas viel verlangt.

Der Vergleich mit einer Akkumulation von angestammten Modehäusern dort drüben, die so weit von der Insolvenz entfernt sind wie mein Kontostand von dem eines Boris Beckers, einem gern gesehenen Gast in diesen Tagen, ist nicht haltbar. Wissen wir doch alle. Vielmehr ist der Modemessen-Überbau – so mag es manchem wohl vorkommen – immer wieder eine Überraschung für nicht selten Fluktuation bei den Designern, aber eben auch für konstant gute Mode von überdurchschnittlich jungen Designern. Die de facto weniger Trends setzt (womit wir wieder bei der Vergleichsfinte wären), sondern insbesondere der Identitätsstiftung dient.

Bei Lena Hoschek konnte man das immer besonders gut beobachten. Diese Saison hat auch sie sich sichtlich von Sexy Secretary Joan Holloway (Mad Men) inspirieren lassen. Und ich meine auch, von Schluppenblusen und Bleistiftröcken kann es zu viele nicht geben. Etabliert hat sich ebenfalls die Mode von Alexandra Fischer-Roehler und Johanna Kühl alias Kaviar Gauche, die im Prämierenjahr ‘07 den Karstadt “New Generation”-Award gewannen (vor Lala Berlin, Talkingmeanstrouble und Macqua). Und diesen Winter erneut gekonnte Entwürfe an die Frau brachten. In vor allem Weiß, Sand, Creme und Braun und in Form von ausgestellten, weich fallenden Hosen, zarter Spitzen-Bordüre und überlangen Blazern, die sich freilich hervorragend in den 70er Jahre-Reigen für diesen Sommer einreihen lassen.  weiterlesen

Juergen Teller: Big in Berlin

14. Januar 2011

Heute findet die Eröffnung von Tellers Ausstellung “Paradis” bei Johann König statt, in deren Genuß ich bereits ein Jahr zuvor in der Frankenperle Nürnberg kommen durfte bzw. die in Paradis 5 nachzublättern ist. Morgen dann das Wiedersehen bei 032c. “Juergen Teller will present new photographs, selected for the vitrine in the 032c Workshop.” Übrigens: Auch die iPad App von Self Service #33 (danke an Mahret für den Tipp) verzeichnet eine Auswahl von Tellers Kate Moss-Fotografien, die ebenfalls im ZEITmagazin von dieser Woche zu finden sind. Das war’s jetzt aber auch.

Les Mads et leur livre

9. Januar 2011


Mesdames, Messieurs! Jessie und ihre werte Ex-Kollegin Julia haben es geschafft, neben ihrem täglichen Blog-Output im vergangenen Jahr auch noch ein Buch über 200 Seiten und unter Federführung des Berliner Taschenbuch Verlags zu schreiben, das jüngst erschienen ist. Zu kaufen gibt es das Werk “Modestrecke” hier. Ich bitte, diese Leistung zu würdigen, und den beiden am 22. Januar 2011 im Cabinet in Berlin (am letzten Tag der Fashion Week) Ovationen zu bescheren. Ein vielversprechender Special Guest, ich kann das wohlwissend bezeugen, kommt außerdem. À bientôt!

Die neue Sandwich-Generation

11. November 2010

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich vor 12 Jahren skeptisch im neuen Sandwichladen der Kleinstand stand, dem neben der Videothek, von dem man voller Pioniergeist meinte, ein Stück USA in fränkische Gefilde importiert zu haben. Ich orderte ein Käsesandwich. Und ja, man meinte es sicher gut, und sicher waren die Geschmacksnerven zu dieser Zeit andere, aber das ungetoastete, leicht feuchte Weissbrot, in das eine Packung Pizzakäse (wahrscheinlich analoger Art) mit viel sauren Gurken gedrückt wurde, konnte ich so nicht goutieren. Sieben Jahre später machte mich das Studentendasein zum ersten Mal mit Subway bekannt. Das Brot war immerhin getoastet und in verschiedenen Varianten erhältlich, die alle gleich schmeckten. Die Beläge reichlich, aber doch nicht genug. Trotzdem aß ich in meinem Leben wiederholt ein Sub. Mit Frischkäse und einer prekären Gemüsejuilenne. Bestimmt achtmal. Immer auf dem Weg zur Autobahn, weil die Shell-Tankstelle daneben nur Schokoriegel und Knackwürstchen offerierte. Inzwischen gibt es dank des Franchisebooms vor drei Jahren auch in der fränkischen Kleinstadt eine Subway-Filiale, nachdem Mc Donald’s hier seine Pforten schließen musste. Zu junge Laufkundschaft, zu viele 1 Euro-Verkäufe, Null Gewinn. Ob das hier ein Zeichen für Gentrifizierung ist?   weiterlesen