“Es fällt mir nicht leicht, aber ich muss politischen Bankrott anmelden: Mein Bundespräsident ist zurückgetreten, mein Kandidat für die Nachfolge nur zweite Liga. Die Wahl in Nordrhein-Westfalen war ein Desaster, der Euro ist angezählt, daran bin auch ich nicht ganz unschuldig. Und wenn die Griechen mit dem Sparen nicht tatsächlich Ernst machen, können wir unsere jüngsten Sparbeschlüsse gleich wieder vergessen.
Ich könnte das jetzt alles sprachlich bemänteln, darin sind wir Politiker schließlich Profis. Ich könnte sagen: »Wir meistern die Aufgabe, die auf dem Tisch liegt.« Oder: »Wer Bundeskanzler werden will, der weiß, dass es solche Phasen gibt.« Hab ich auch alles schon so gesagt. Aber würde heute jemand einen Strich unter die Arbeit meiner Regierung ziehen, was würde übrig bleiben? Steuern für Hoteliers gesenkt, Bundespräsident weg, Bau des Stadtschlosses in Berlin auf unbestimmte Zeit verschoben. Kurz gesagt: Wir sind gescheitert. Das Land treibt ziellos vor sich hin.”
Die ganze Rede, die das SZ Magazin für Angela Merkel schrieb, gibt es hier nachzulesen. Gute St(e)ilvorlage!