Alle Artikel aus der Kategorie ‘Interviews’

Freunde von Freunden: Christiane Bördner und Marcus Gaab

4. März 2011

Neues Interview für “Freunden von Freunden“: mit Christiane Bördner, Herausgeberin des “I love you“-Magazines und Marcus Gaab, Fotograf. Ein Auszug:

Christiane Bördner und Marcus Gaab sind schon sehr lange zusammen, beruflich und privat. Kennengelernt haben sie sich an der renommierten Folkwang-Universität in Essen vor 18 Jahren: stilecht auf der Erstsemesterparty. Einige Semester darauf waren die Kommunikationsdesign-Studenten neben ihren Seminaren gemeinsam für Modelabels wie „Stone Island“ tätig (…). Seitdem hat sich an der eingespielten Erfolgskonstellation, die als „Agentur E“ firmiert, recht wenig geändert. Es sei denn geographisch. Zur Jahrtausendwende zogen Christiane und Marcus vom Rheinland respektive Köln, der Medienhochburg der neunziger Jahre, nach Berlin. (…).

Das Magazin hat verhältnismäßig wenig Anzeigen. Steckt dahinter eine Absicht?

Christiane Bördner: Mir ist es natürlich wichtig, dass ich unser Projekt finanziert bekomme. Momentan finanzieren wir das Magazin größtenteils über unsere Firma, wenn sich auch über das Magazin mehr Projekte für die Firma ergeben. So war das ursprünglich auch gedacht. Es wäre allerdings schön, wenn das Magazin so viel Geld einbringen würde, dass es sich selbst trägt und wir eine Redaktion finanzieren können. Momentan profitiere ich noch von vielen Leuten, die mir aus Enthusiasmus helfen.

Marcus Gaab: Das Spannende ist, dass wir gemerkt haben, dass wir über den alleinigen Verkauf nichts zurückbekommen an investiertem Geld. Da wir „I love you“ international in 15 Ländern verkaufen, sind die Lieferkosten sehr hoch…

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Printexpansion wider der Krise

5. November 2010

Was lange währt, wird endlich gut. Nachdem Jessica Reitz und Mark Kiessling von Berlins Magazin-Fachgeschäft “do you read me?!” aufgrund ihrer verschiedenen Messepräsenzen selten gemeinsam in der Auguststrasse 28 in Mitte anzutreffen waren, ist das Interview mit den beiden nun seit ein paar Tagen online auf Achtung-Zeitgeist. Darin erzählen sie über die sich am besten verkaufenden Pubilkation, neue Tendenzen im Editorial Design und eine Veränderung des Magazinkonsums durch Blogs und das iPad. Dazu ein Auszug…

Achtung: Wie gefallen Euch die neuen Magazine, die aus Blogs entstanden sind?

Jessica Reitz: Bei “I love you“ finde ich das sehr gelungen. Ich finde es aber auch interessant, dass es nicht länger nur zwei Medien sind, die sich voneinander abgrenzen, sondern dass sich das mitunter hervorragend ergänzen kann. Auch “I like my Style“ kommt ganz gut an…

Mark Kiessling: …wobei das ja auch gut nur als Blog funktionieren würde. Aber auch andersherum, wie beim Achtung Zeitgeist, können aus Print-Magazinen interessante Blogs entstehen oder eben wie beim “T Magazine“, welches ja gedruckt alle zwei Wochen erscheint und online nahtlos fortgeführt wird. Ich glaube, dass die Synergieeffekte von Blog und Print noch lange nicht ausgereizt sind und wir uns noch auf einige gute Publikationen aus diesem Bereich freuen können.

Achtung: Denkt Ihr persönlich, dass neue Technologien wie das iPad Einfluss auf den Konsum von Printprodukten haben werden?

Jessica Reitz: Nein. Ich denke, für die reinen Informationsmedien wie den “Spiegel“ wird es schwieriger werden. Aber ich merke es an mir selbst oder wenn ich mit Kunden spreche: mit einem iPad liest man einfach anders. Es geht dabei aber auch vorallem um den selbstverständlichen Umgang mit dem Medium, bzw. dem Distributionsweg Internet selbst. Zum Beispiel “The Economist“, da kostet von Anfang an die Online-Ausgabe so viel wie die Print-Ausgabe. Und in dieser Hinsicht haben die Verlage einfach auch etwas verpasst – zu denken, dass sie das alles kostenlos anbieten müssen, obwohl Inhalt und Recherche den gleichen Aufwand verlangen. Da kann das iPad oder der iTunes-Store mit neuen Vertriebstrukturen wiederum sicher auch eine Unterstützung sein.

Mark Kiessling: Es gibt sicher Inhalte, die via iPad besser oder einfacher, vermittelt werden können. Fotografen drehen immer öfter auch Videos und auch die Mode hat mit „Fashion Films“ ein neues Genre erobert. Dies lässt sich natürlich via iPad viel direkter in ein “Magazin“ einbinden, als über eine umständliche URL-Angabe. Aber Gedrucktes wird immer seinen eigenen Reiz behalten.

Vom Beobachten und Beschreiben der Gesellschaft: 40 Jahre ZEITmagazin

19. Oktober 2010


Ganz neu auf ACHTUNG Zeitgeist: ein Gespräch mit Christoph Amend über Entwicklung, Formate und Zukunftspläne des Magazins sowie die Zusammenarbeit mit Juergen Teller und ein potentielles ZEITmagazin Blog. Hier ein Auszug.

40 Jahre sind ein gutes Alter. Geboren zu Beginn der Siebziger als sich irgendwie alle in den Haaren lagen, bis die Popper in den achtziger Jahren den universellen Kurzhaarschnitt einführten und sich nicht nur dadurch die Wogen glätteten. In den Neunzigern war man sich sowieso einig, bis sich in den Nullerjahren die Diffusion verbreitete. Zeitzeuge davon war und bleibt das ZEITmagazin mit einer finanziell bedingten Auszeit von acht Jahren. Im Mai 2007 wurde dem Supplement der ZEIT unter der Leitung von Christoph Amend wieder LEBEN eingehaucht. Immer noch vorbildhaft für einen vitalen Journalismus sind etwa Günter Wallraffs sozialkritische Enthüllungsreportagen, die Alttagsinterpretationen von Harald Martenstein, der exklusive Buch-Vorabdruck von Moritz von Uslar über drei Monate in Brandenburg sowie die wöchentliche Stilkolumne von Tillmann Prüfer oder Juergen Tellers einmalige Fotokolumne. (…)

Achtung: Auch die Auswahl der Autoren und Fotografen erfolgt sehr bewusst.

Christoph Amend: Als wir das ZEITmagazin 2007 wiederbelebt haben, haben wir von Anfang an gesagt: wir werden uns jede Woche weiterentwickeln. Und dabei ist es geblieben: wir führen immer wieder neue Formate ein, verändern die Gestaltung, die Fotografie, die Illustration von Geschichten. Wir leben in einer Welt, in der unglaublich viele Entwicklungen parallel passieren, beschleunigt durch das Internet. Allein durch Facebook erhalten wir Einblicke in neue Ideen und Vorstellungen in einer Art und Weise, wie das vor zehn Jahren unvorstellbar schien. Das verändert auch das Magazinmachen.

Achtung: Was liest du selbst für Magazine?

Christoph Amend: Bei der Wiedereinführung des Magazins 2007 haben wir uns das “New York Times Magazine” genau angesehen, das von Adam Moss gemacht wurde, der später zum “New York” Magazine gewechselt ist, das ja auch richtig klasse ist. Ich lese wirklich kreuz und quer, deutsch, international, alles. Das “T-Magazine“ unter Stefano Tonchi fand ich großartig, “Fantastic Man”, “Gentlewoman”, “032c”, “I love you”, die “Achtung” natürlich. Von der französischen “Vogue” bis zum “Economist”, von Klatschblättern bis zum “New Yorker”, ich liebe eben Magazine. Da ist übrigens das ipad ein Segen: Endlich kann man in Deutschland Magazine wie den “New Yorker” schön gestaltet online lesen, und nicht erst eine gute Woche nach Erscheinen, wenn es die Exemplare endlich nach Deutschland geschafft haben.

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Freunde von Freunden: Kostas Murkudis

14. Oktober 2010

Kostas Murkudis, deutscher Modedesigner mit internationalem Ruf, wurde 1959 in Dresden geboren und wohnt nach Aufenthalten in München oder Wien wieder in Berlin. Hier studierte er bereits am Lette-Verein Modedesign und betreibt heute im Westen der Stadt erfolgreich sein gleichnamiges Label. Dazwischen kam es zu Intermezzi bei Wolfgang Joop, Helmut Lang oder als Chefdesigner bei New York Industries, bevor er sich erneut der eigenen Linie widmete. Diese ist geprägt von anspruchsvollster Schneidertechnik im Spiel mit den Materialien. Und verlangt nicht nur deshalb einen zweiten Blick auf die gewissenhafte Komposition aus Farbe und Form – so auch bei Murkudis’ aktueller Herbst-/Winter-Kollektion, die aus einer Vielzahl von konstruktivistisch-skulpturalen Einzelmomenten in Gold, Gelb, Schwarz und Weiß besteht. Daneben ist Murkudis offen als Gastdesigner für andere Unternehmen tätig und zeichnet sich für Kooperationen mit Schiesser, der Schuhmanufaktur Ludwig Reiter, Johnstons Cashmere, Karstadt oder seit Anfang dieses Jahr mit dem italienischen Taschenlabel Coccinelle verantwortlich. Murkudis’ Herangehensweise an Mode entspricht auch der Art, wie er Antworten liefert: Gewählt, bedacht und unprätentiös auf den Punkt. Was kaum verwundert, denn er war es, der einmal über seine Profession sagte: “Mode ist Kommunikation. Es ist das Mittel, mit dem ich mich auf die bestmögliche Art ausdrücken kann.”Zum Interview über künftige Projekte, Inspirationen und das Erbe seiner Tätigkeit bei Helmut Lang für Freunde von Freunden bitte hier entlang.

Photo Credits: Ailine Liefeld

Himmel über Berlin: Damir Doma “Silent”

9. Juli 2010

Der Blick auf den Schedule der Berliner Fashion verspricht nicht immer nur Gutes – leider. Umso vielversprechender dafür die Präsentation von “Silent”, der neuen Linie von Damir Doma, der sonst nur in Paris zeigt. Im E-Werk, auf den Dächern über Berlin, fand so die rein filmische Darstellung von Silent statt. Eine schöne, schlichte Kollektion, mit wesentlich weniger Couture-Anspruch als die Damir Doma Männer- und zuletzt auch Frauenkollektionen, aber nicht minder philosophisch. Zeitlos, pur und aus biologischen Textilien. Auch wenn ein direktes Begutachten der Stücke natürlich diverse Vorteile geboten hätte, war der Abend doch ein entspannender Kontrastpunkt zu all den untriebigen Terminen in diesen Tagen – gerade, weil es wegen der parallel stattfindenden BOSS Show und Party nicht so gedrängt war. Ein Interview mit Damir gibt es in den nächsten Tagen auf Achtung Zeitgeist zu lesen. Das Kollektionsvideo bald hier zu sehen.