Seit gestern schmückt ein neuer Beitrag von Alfons Kaiser Achtung Zeitgeist.
Polemisch, pragmatisch, politisch. Vor allem: mehr als überfällig. Danke dafür!
Ein Auszug:
“In den nächsten Saisons, wenn die Nerven weiter blankliegen, die allgemeine Krise nicht so richtig nachlässt, der Neid in der Branche weiter wächst und immer mehr Blogs ihre aufklärerische Funktion erfüllen, werden sich zwar noch viel tiefere Risse durch die schöne Oberfläche der Modewelt ziehen. Aber vielleicht ist das Ergebnis ein begrüssenswerter Paradigmenwechsel. Denn es ist an der Zeit, Abschied zu nehmen von einem lange ungefragt akzeptierten Missstand, der am Ende das ganze Berufsbild des Modejournalisten in Frage gestellt hat. Darin verbirgt sich gleichzeitig die Chance, eine neue Generation von Moderedakteuren an die Arbeit gehen zu lassen, die wieder einen von der Freiheit der Blogs infizierten und unvorhersehbaren Meinungsjournalismus etablieren, der wieder Leser zu begeistern vermag und nicht durch Langeweile einlullt. Dann werden wir den Tag erleben, an dem Werbekunden wieder Seiten in einem Magazin buchen, um den Leser zu erreichen – und nicht, um die Redaktion einzukaufen.”
(aus “Verzweifelt gesucht: Mut zur Meinung! Vom möglichen Ende der Käuflichkeit im Mode-System.” Von Alfons Kaiser für Achtung Zeitgeist)
Der Artikel ist klasse. Danke für den Hinweis. Stellt sich die Frage, wann Labels verstärkt anfangen werden, Blogger zu kaufen. Es ist ja nicht so, dass Blogger per se unbestechlich sind. Könnte nur sein, dass wir zu viele sind, um alle bezahlen zu können. Darin liegt die Chance der Modeblogszene.
jetzt habe auch ich endlich diesen text gelesen. gut, dass man im medieneinerlei nicht immer nur vom ausverkauf der bloggerei liest, auch wenn ich die kritik desselben durchaus wichtig finde.
ich bin ja auch der meinung, dass unter anderem durch blogs, netzwerke etc die konsumenten (icke ooch) einen geschärfteren blick für die verstrickungen im printgewerbe entwickelt haben