Geschmäcker sind verschieden. Weiß ich!

30. April 2009

Lange habe ich diesen Fall in mich hineingefressen, habe nichts gesagt, das Fenster geschlossen und wenn es mir zu viel wurde das Gespräch mit meinen Freunden gesucht. Doch jetzt muss es endlich einmal raus. Ich kann so nicht arbeiten. Jeder Mensch hat unterschiedliche Vorstellungen von wohlklingender Gitarrenmusik: Ich bevorzuge Slash, meine Mutter Jimmy Hendrix, meine Schwester spielt selbst irgendwas, und mein Nachbar? Das ist hier die Frage!

Zupft er jeden Nachmittag an seinen Saiten, stimmt diese, handelt es sich gar um eine Ukulele oder spielt er tatsächlich eine Platte ab? Dann hat die aber einen gehörigen Sprung! Denn was ich hier bei geöffnetem Fenster vernehmen muss, lässt meine Ohren bluten und meine Gehirnwindungen kotzen. Es ist eine Mischung aus esoterischer Selbstfindungsmusik (ich weiß, wo ich stehe), dadaistischen Tonabfolgen (ich mag es geordnet) und dem Erlernen dieses Instruments (ich kann auf die Pauke hauen).

So eben habe ich von meinem Balkon gerufen, ein glockenhelles und freundliches “Hallo”. Doch der Musikant verweigerte das Gespräch und versteckt sich hinter seinen gehäkelten Vorhängen bzw. dort, wo ich ihn zumindest vermute. Jetzt mäht zwei Häuser weiter jemand Rasen und ich denke an Rock. Doch sehe dich vor. Das nächste Mal stehe ich vor deiner Türe. Die Klampfe muss weg.

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