Der Berliner Szenemensch

9. März 2010

Sara Chahrrour hat sich für Spreeblick den “Berliner Szenemensch”, der auch der Williamsburger Szenemensch sein könnte, mal genauer angeschaut und daraus einen schönen Lehrgang verfasst: “Das regelfreie Berlin hat also doch bestimmte Grundsätze, zumindest, wenn man in der „It-Crowd“ sein möchte. Aber nicht verzweifeln. Auch du kannst cool sein.” Seitdem schmeiß ich mir mit einer Kollegin/Freundin die Charakteristika an den Kopf, die wir an uns wiedererkennen, aber manchmal auf ganz abwegigen Gründen basieren. Die Ursachenforschung und Direktanwendung gibt es hier:

“Outfit: Unbedingt, und zu aller erst, muss ein Jutebeutel angeschafft werden.”

Grund: Welche Tasche hält sonst die ganzen Leergutflaschen (aus dem Biomarkt) aus, die sich über die Woche ansammeln?

“Zusätzliche Accessoires (…) und am besten auch einen alten Gameboy mit dem Spiel „Tetris“.”

Grund: Tetris – klar, was sonst? Von Autospielen wird mir schlecht. Aber wenn schon, dann bitte auf dem iPhone (2G, weil’s nostalgischer ist)

“Sehr wichtig, und zu jeder Jahreszeit getragen: ein Schal, der mit einem kleinen Schwung um den Hals gewickelt wurde.”

Grund: Chronische Mandelentzündung. Ich trag auch im Süden Thailands abends einen Schal.

Das waren dann auch schon alle Gemeinsamkeiten. Nein, ich bin kein Berliner Szenemensch. Weder arbeitslos, noch miesgelaunt, Chucks-Trägerin oder Nietzsche-Zitierende. Ich tanze lächerlich auf jeder Party und mache dabei noch lächerlichere Selbstporträts mit meiner lieben Freundin. Außerdem antworte ich auch immer sofort auf meine Facebook Nachrichten und E-Mails. Ich bin einfach nur deine freundliche Fränkin (im “Schwabenviertel” = Prenzlauer Berg).

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