
Dass Obamas Internetkommuni-kation ein Exportschlager werden sollte war abzusehen. Dass vielleicht nicht immer alles übertragbar ist, auch. Trotzdem versuchen es SPD und CDU mit ihren zwei neuen Internet-portalen. Auch hier soll getwittert und geflickrt werden, Facebookgruppen gegründet, Videoansprachen eingebunden, Newsletter verschickt und natürlich (Politik und Geld liegen nah beieinander) Spenden generiert werden.Ganz egal, ob der Großteil der Nutzer die zweite Lebenshälfte bereits erreicht hat – wie bei der CDU – oder nicht. Die SPD hat da schon eine etwas jüngere Zielgruppe – man duzt sich wie es die Sozis seit jeher tun. Für sie initiiert sie meineSPD.net (Vernetz Dich). War Barack Obama doch mit mybarackobama.com so erfolgreich und ist es immer noch. Kaja Wasserhövel will sich eine Scheibe davon abschneiden. Eine dicke. Abgesehen von den adaptierten Instrumenten für mehr Partizipation, setzen die Volksparteien (insofern man die SPD noch als eine solche bezeichnen kann) auf ein neues Design: Icons statt viel Text. Das mag Sinn machen und gut aussehen, wäre es bei beiden nicht noch relativ insolide. Bei der SPD noch mehr als bei der CDU mit ihrer Überdosis an Orange. Nicht ganz so schlecht fällt jedoch die Usability aus. Hier punktet meiner Meinung nach die CDU, bietet deren Website auch nicht ganz so viel Inhalt und liegt nur als Deckmantel über der alten Website. Die SPD verwirrt mit Zahlen und Kapiteln wie das neue Jahrzehnt (wie? schon wieder 2010?), und versteckt ihre Navigation mir nichts dir nichts am Kopfe der Seite. Ich sag mal: wenn schon, denn schon.