
Erstes Indiz dafür, dass man den Großteil der juvenilen Sturm und Drang Zeit hinter sich hat ist, dass man an den Dingen hängenbleibt, von denen man weiß, was man hat – von den Urlaubsdestinationen, dem immer gleichen Pizza Belag und der Liebe. So verbringe ich den Feierabend meist auf zwei Quadratkilometern rund um den Mauerpark. Am Wochenende bin ich jedoch so verwegen und wage mich sogar bis nach Kreuzkölln vor. Zweifelsohne ist es auch hier nahe des Kanals fabelhaft, besonders in meinem neuen Verweilort, im “Hotel” in der Mariannenstrasse.
Die von Schauspieler Carsten Zoltan betriebene Bar gefällt nicht nur, weil man sich wegen der Unmengen an Lilien-Gestecken vor, auf und hinter Gartenbänken fast im botanischen Garten wähnt. Auch die verwinkelte Sitzordnung in der oberen Etage, gut gemixte Mischgetränke und die streckenweise Pianobegleitung sitzt, so dass das auf lange Zeit gebuchte Bett im auf einmal so weit entfernten Prenzlauer Berg nur sehr leise ruft.
Das Hotel, Mariannenstraße 26a, Kreuzberg.