Düsseldorf und die Mode

20. Juli 2010

Zum zweiten Mal findet diese Woche “Ausstellung “Menschen des 21. Jahrhunderts” des Styleclickers Gunnar Hämmerle und einem Bloggersalon diesen Donnerstag mit Alfons Kaiser (FAZ, Achtung) und Yorka Schmidt-Junker, Redakteurin des Medienpartners QVEST.
Zumal Düsseldorf nicht nur eine lange Mode-Historie sein Eigen nennt, sondern auch die Werbeindustrie, geben uns die Voices of Fashion (über das Logo und die Website bin ich immer noch nicht hinweg. Die Macher leider auch nicht.) noch einen kleinen Imagefilm mit auf den Weg, der Anstoss liefern soll, “jetzt Glamour und Kreativität aus der ganzen Welt zurückholen in die Stadt.” Doch der Introsatz klingt bereits etwas antiquiert: “Teure Kleider und hübsche Damen gehören nach Düsseldorf wie die Butter aufs Brot.”

Es geht munter weiter in der Metaphermanie mit: “Schillernder Blindlack in anderen Städten hat Düsseldorf, so die Verantwortlichen, zuletzt ein wenig der Bedeutung beraubt.”
Zwei Sekunden später kommt, was kommen muss: Das Geld-Argument wird in die Waagschale geworfen – das sicher Gewicht hat. Aber auch das Ungleichgewicht zur Schau stellt, wenn auf der anderen Seite nur ein dünnes Hawaiikleidchen, ein Stretchkleid im Leolook oder ein pinkes Satingewand liegen (so stellt zumindest das Video junge Düsseldorfer Kollektionen vor). Doch der Betrachter lernt erneut, dass das – schon wieder – etwas mit Butter zu tun hat: “Denn sie (die Designer) können noch so kreativ sein. Wenn sie am Monatsende ihre Butter nicht auf dem Brot haben, dann wird das schwierig auf die Dauer mit dem kreativ sein.” Allmählich drängt sich die Vermutung auf, Düsseldorf hat nicht nur ein kleines Modeproblem, sondern auch ernsthaft mit hohen Cholesterinwerten zu kämpfen. Schade. Eine Gesundung der Außenwahrnehmung als modevorbildliche Stadt ist so erstmal nicht in Sicht… Da geht doch noch was.

Anmerkung der Autorin: Gerne hätte sie teilgenommen am Bloggersalon und an der Whisper Lounge, die letztes Mal leider so leer war oder war die Location zu groß. Und vor allem: Düsseldorf wiedergesehen. Aber ein Flug unter der Woche ist für Berufstätige, die es unter den Bloggern ja auch geben soll, leider nicht drin. Dafür komme ich eine Woche später, am Wochenende, und schaue, was dieses Mal hängen geblieben ist.

8 Kommentare

  1. Ja ja … Dass Düsseldorf in kreativen Belangen immer weiter nach hinten fällt ist allen, am meisten wohl uns Düsseldorfern selbst, bewusst. Die Stadt und das Klientel haben sich verändert. Und das nicht zum Besseren.

    von Tobias | 20. Juli 2010
  2. Obwohl eigentlich eher Kölnerin, fühle ich mit den Düsseldorfern angesichts dieses Videos mit.

    von Susanne | 20. Juli 2010
  3. Wer war denn beim Bloggersalon? Ich hatte gehofft, irgendwo Berichte darüber zu finden.

    von Patricia | 23. Juli 2010
  4. Well, ich weiß nichts. Waren überhaupt Modeblogger da??

    von Julia Stelzner | 23. Juli 2010
  5. Ich war da http://bit.ly/arN8dS . Neben Nina, Brini und Janosch übrigens die einzige “Modebloggerin” (herrlich, für Printredakteurinnen scheint dass noch so etwas wie ein wildes Tier zu sein). Schade dass Du nicht da warst Julia, aber Alfons Kaiser hat das wohl gewusst und ist auch nicht gekommen. (:

    von corinna | 25. Juli 2010
  6. Ah! Da guck ich gleich mal drauf. Die letzten zwei anderen “Modeblogs” kenn ich gar nicht. Aber wie kann es dann einen “Bloggersalon” geben? Auf den Bildern waren doch viel mehr Leute: for what?

    von Julia Stelzner | 26. Juli 2010
  7. @ Julia
    Ja, etwas schade war es schon, dass nur so wenig Blogger vor Ort waren. Ein Großteil der Besucher am abend waren denke ich AMD Studentinnen, die kein eigenes Blog führen und eher mit den Meinungen der Printredakteurinnen über Blogs konform gehen. Ich hoffe es gibt bald einen zweiten Blogger Salon, dann auch mit mehr Vertretung aus dem Web2.0, wobei, welche “Modeblogger” kommen auch aus Ddorf oder dem Ruhrgebiet?

    von corinna | 27. Juli 2010
  8. Außer dir und den bildlastigen Herren von Modedorf und Coute que Coute kenne ich leider auch niemand. Aber das will nichts heißen. Ich lese wirklich nur wenige Blogs ;) Aber falls dem Namen der Veranstaltung dann mal Rechnung getragen wird, würde ich mich über einen weiteren Versuch zur institutionalisierten Diskussion – dann auch mit Alfons Kaiser – sehr freuen und mich auf die Reise machen. Eine liebe Kollegin aus Berlin würde wohl auch mitkommen.

    von Julia Stelzner | 27. Juli 2010

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