Alice Springs: Australierin im Alleingang

27. Juli 2010


Das Bild von der schönen, blonden Frau mit den langen Beinen, die so anmutig über ihr hochgerutschtes Strickkleid hinwegsieht, stammt – so erzählt es das Plakat, das seit Wochen Berlin ziert – von Alice Springs. Es ist eines der frühen Werke von einer Frau, die den zenralaustralischen Ort als ihr Pseudonym wählte, weil ihr tatsächlicher Name in der Fotografenlandschaft bereits prominent besetzt war. Von ihrem Mann Helmut Newton. Wäre jener 1970 nicht von Influenzaviren heimgesucht worden, dann wäre Alice Springs wohl auch immer Mrs. Newton, die ehemalige Schauspielerin und Muse, geblieben.

Doch so sprang June Newton spontan bei einem Shooting für den arbeitsunfähigen Übergatten ein und lichtete bei einem kommerziellen Shooting ein Gitanes rauchendes Model ab – und legte damit den Grundstein für kommende Aufnahmen von zeitgenössischen Künstlern, Schauspielern und Musikern. Allegorische Abbildungen, die den Moment der Aufnahme miteinschließen und das Innenleben der Porträtierten nach außen kehren. Dem vier Jahrzehnte umfassenden Portfolio, das bislang nur in “June’s Room” in der Helmut Newton Stiftung in Berlin zu sehen war, wurde nun großflächig Platz eingeräumt – für die erste weltweite Retrospektive der in Monte Carlo lebenden Fotografin.

Yves Saint Laurent by Alice Springs (1978)

Alice Springs
Museum für Fotografie
12. Juni 2010 bis 30. Januar 2011

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