Warum man das mit dem Jogging-Outfit nicht so eng nehmen sollte
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Zitty; 12/2012: Im Sommer war alles einfacher. Da reichte eine Shorts und ein altes T-Shirt völlig aus, wenn man eine Runde joggen wollte – nebst den passgenauen Laufschuhen, versteht sich. Doch bei sinkenden Temperaturen erübrigt sich das kurze Höschen. Akute Eisbeingefahr. Auch die blanken Arme wollen bedeckt werden. Während also Gesamt-Berlin beim Blick aufs Thermometer darüber mutmaßt, ob die S-Bahn diesen Winter packt, stellt sich dem Dauerläufer die Frage, in welcher Kleidung er den Berliner Winter packt. Die Laufkollegen im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark haben die Sache bereits für sich entschieden. Düster sieht es da nämlich aus. Mit all den dunklen Zweiteilern von Nike, Tchibo oder SportScheck, die wie eine zweite Haut wirken. Dass der körperbetonte Schnitt besser Wärme speichert, ist mir klar, seit ich als Fünfjährige in einen knallengen, neonpinken Skianzug gesteckt wurde. Dass man beim Laufen genug mit seinem Körpergewicht zu tun hat, steht ebenfalls außer Frage. Da noch dicke Lagen an Stoff herumzutragen, wäre töricht. Heute regiert die Reduktion. So wurde aus dem gefütterten Trainingsanzug aus Ballonseide hauchdünnes Mesh unter Polyester, aus einer Schale Obst ein Smoothie und aus drei Wochen Gardasee ein Wochenendtrip nach New York. Neben der Funktionalität ein ebenfalls nicht zu verachtender Faktor bei der Wahl der Winter-Sportklamotte ist die Ästhetik. Wer sich häufig körperlich betätigt, will das muskelverwöhnte Ergebnis auch zeigen, wie wir spätestens wissen, seitdem Daniel Craig in Casino Royal in einem Hauch von Höschen aus den Fluten stieg. Foto: Movie Skyline |
