Berlin Fashion Week: Tag 1

augustin teboul

Interview.de; 07/2012: Die persönlichen Highlights des ersten Tages der Berliner Fashion Week:

TOP 1: Bread & Butter:
Was haben sich die Berliner Verkehrsbetriebe, kurz BVG, dabei gedacht, die U-Bahn-Linie zur Bread & Butter genau jetzt zu unterbrechen? Nach dreimaligen Umsteigen und rund einer Stunde Fahrzeit aus Berlin-Mitte kam ich endlich im Bezirk Tempelhof und damit im Epizentrum von „The Rock”, so das Motto der diesjährigen Messe, an. Highlight: Bei strahlender Sonne war insbesondere der Außenbereich gut besucht.

TOP 2: Augustin Teboul: Bei Augustin Teboul, die ihre Kollektion im Salon Dahlmann, abseits des allgemeinen Trubels, vorstellten, ging es ebenfalls dicht gedrängt zu. Hatte ihre Kollektion vor einem Jahr noch leicht morbide gewirkt, kommen die aktuellen Entwürfe romantisch daher – was nicht zuletzt an den Blumenarrangements und den süßen Maccarons lag. Highlight: Die Haar-Accessoires und die Materialen bestehend aus Spitze, Stickereien und Häkeloptik.

TOP 3: Vladimir Karaleev: In Berlin zeigte Vladimir Karaleev gestern seine Pre-Collection, die Hauptkollektion wird erst in auf der Pariser Modewoche gezeigt – das ist für die Berliner Modewoche absolut ungewöhnlich. Auch er hatte im Januar noch auf dem Laufsteg im Zelt präsentiert, kehrte nun aber ebenfalls zur simpleren Präsentation zurück: Im Theater des Podewil Palais zeigten seine Modells zwei Stunden lang Kleider in Hellgrau, Altrosa und Creme und aus Viskose. Er blieb dabei seiner offenen Nahtführung und der Asymmetrie aus den letzten Kollektionen treu. Highlight: Karaleevs erste Annäherung an Prints. Ausschlaggebend dafür war, wie er später verriet, seine Assistentin, mit der er gemeinsam Aufnahmen von Blumensträußen so lange abstrahiert hatte, bis sie wie von der Sonne ausgebleichte Farbflecke wirkten.

TOP 4: Designers for Tomorrow: Damit hatten die wenigsten gerechnet: Nachdem nach und nach alle fünf Nominierten im Zuge des Designer for Tomorrow Awards im Zelt an der Siegessäule ihre Modelle vorgeführt hatten, gewann den Preis nicht die allgemeine Favoritin – die Engländerin Laura Williams (mit ihrer von Polarexpeditionen inspirierten Sportswear) – sondern der Spanier Leondro Cane mit seinen fantasievollen Entwürfen. Er darf jetzt für einige Zeit im Design Team von Marc Jacobs arbeiten. Highlight: Cane konnte das Ganze kaum fassen, grüßte unter Freudentränen und auf Spanisch seine Mutter.

TOP 5: Kaviar Gauche: Die Kaviar Gauche-Designerinnen Alexandra Fischer-Roehler und Johanna Kühl blieben auch dieses Jahr ihrem Stil treu und zeigten viel Tüll – diesmal allerdings in neongelb statt allein in cremigen Farben. Die gewohnt glamourösen Abendroben wurden gestern Abend im Zelt präsentiert. Highlight: Der Fokus rutschte Richtung Taille, die mit Gürteln oder doppellagigen Abnähern und Schößchen betont wurde.

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Foto: Julia Stelzner