28. Februar 2010
“In der Mode wenig Neues?” – warum, wie und vor allem wann das kommt, wurde von mir bereits hier eruiert. Julia Werner hat sich nun für die SZ dem Trend der Autozitation gewidmet und ich hätte gerne mehr davon gelesen:
Mode hat streng genommen nur eine Daseinsberechtigung: ihre Neuheit. Modeschöpfer werden deshalb vor allem dann kritisiert, wenn sie immer wieder die längst vergangenen Epochen durchkauen. Von Diors New Look bis zu den Schulterpolstern der 80er Jahre – ewig die gleichen Stilzitate. Doch mit subtilen Verweisen ist es jetzt erst einmal vorbei. Ein Trend des neuen Jahrhunderts ist es, Bestseller völlig ungeniert aus den Mottenkisten zu ziehen und so gut wie unverändert neu aufzulegen. Moschino schickte das berühmte Herzkleid und die legendäre Kettenjacke wieder auf den Laufsteg, Gucci haucht der legendären Bamboo-Bag neues Leben ein, indem sie dem Namen einfach ein “New” vorschiebt. – (J. Werner: Selbstzitate in der Mode, vom 27.01.10)
28. Februar 2010

Nennt mich ruhig Mädchen, infantiles Geschöpf! Disqualifiziert mich als farbenblind oder debil. Aber das Pariser Büro von Ex-Model, Lagerfeld-Muse und Vivier-Trägerin Inès de la Fressange gibt meinen Wohn(t)räumen Form und Farbe. Es sind die kleinen, kurios komponierten Stilleben, die meiner gedanklichen Konfusion Struktur gewähren. Und es ist die Farbe Rosa, die mich so sanft einlullt wie eine vorgewärmte Cashmere-Decke. Ines, bei dir fühl ich mich gleich wie zuhause. weiterlesen
26. Februar 2010


Credits: Style.com
“All of the different women who come out of the hotel”: so das Motto der gestern vorgestellten Kollektion, war doch damit die Eröffnung des labeleigenen Hotels verbunden. Deshalb auch die Models mit jeder Menge Gepäck in der Hand und deshalb das Zimmermädchen – jedoch allesamt ernergiegeladen spazierend anstatt apathisch stolzierend. weiterlesen
25. Februar 2010
Es gibt Angelegenheiten, die schiebe ich viele Jahre vor mir her. Prokrastination eben. Irgendwann mache ich sie aber doch, einfach um nicht unwissend zu altern. Das war mit Baklava so, dem Dauerlauf oder der Lektüre von Tolstoi. Zu erstem nötigte mich der Hohepriester vor einem griechischen Tempel mit seiner autoritären Darreichung, für die erste halbstündige Jogginganstrengung versprach man mir eine neue, nicht ganz günstige Hose und ich rannte an der belgischen Küste um mein Leben. Und was Tolstoi angeht, überzeugte mich eine gar nicht mal so üble ZDF-Verfilmung davon, “Krieg und Frieden” zu lesen.
Mit dem Yoga verhielt es sich ähnlich. Allen Vorurteilen von hennagefärbten Barfüßlerinnen, laut schnaubenden Schmähbäuchen und einem mir undurchsichtigen Karma-Fanatismus zum Trotz habe ich gestern an einem Kursus teilgenommen. Schließlich handelte es sich dabei nicht um irgendein Yoga, sondern um eine brandheiße Sache: Bikram Yoga bei einer Zimmertemperatur von behaglichen 38 Grad. Wenigstens schön warm, denkst du jetzt? Von wegen! Durch Bangkoks Kanäle tingeln oder im sommerlich humiden New York shoppen zu gehen, kommt dir dagegen vor wie ein Spaziergang Mitte April. weiterlesen
24. Februar 2010

Credit: Nat Finkelstein on DazedDigital
Factory workers, including (top row, in front of the Jackson Pollocks) Paul Morrissey, Edie Sedgwick and Gerard Malanga, and (middle row), Danny Williams, Andy Warhol, Lou Reed, Sterling Morrison and John Cale, December 1966.