




Eine ausnahmslos großartige Ausgabe des High Class Fotomagazins (resp. Buchs) Paradis mit Strecken von Jürgen Teller (die aus der NY-Ausstellung Le Louvre), nacktes Fleisch ohne Weichzeichner von Mario Sorrenti, Terry Richardsons “Central Park Zoo” und eine Interieurserie von Robert Polidori.
Paradis 5
30. November 2009„Mode ist immer ein Ausdruck von Zeitgeist, vielleicht sogar der beste Indikator“ F.C. Gundlach
29. November 2009
Seit dem 20. November 2009 zeigt der heute 83-Jährige Modefotograf Franz Christian Gundlach 350 gesammelte Werke in einer bislang einmaligen Retrospektive im Berliner Martin Gropius Bau. Diese beinhaltet selbstverständlich sämtliche einschlägigen Modefotografien (mit Fokus auf Berlin als internationale Mode-Metropole), aber auch Prominentenporträts von Romy Schneider bis Jean-Luc Godart und Reisedokumentation (u.a. nach Kambodscha oder Argentinien) – viele davon weitaus weniger bekannt als seine Editorials. Hier ein Interview auf 3 Sat zum Spannungsfeld Mode, Kunst, Gesellschaft und Realismus – gestern wie heute.
F.C. Gundlach Retrospektive
Ausstellung bis zum 20. März 2010
Martin Gropius Bau, Berlin
Gute Taschen: zum Verkauf
27. November 2009
So Freunde, das Pensum ist erreicht! Nach meiner letzten Anschaffung aus New York (die Schwarze) ist erstmal Schluss mit neuen und alten Taschen. Mehr passen schließlich auch nicht an dafür vorgesehene Aufhängung. Und schließlich schlummern versteckt auf dem Dachboden noch ein paar versteckte Grazien von 1995-2005, u.a. die üblichen Luxus-plagiate oder H&M-Schnickschnack. Jetzt wird also ausgemustert – unter anderem die von Oma wohl gepflegten Stücke + ich leg drei rote Taschen drauf.
Deshalb hier eine Idee für einen fairen Deal: Ihr wollte eine der angebotenen Taschen. Dann schreibt mir eine E-Mail. Zahlt den angebenen Preis (Porto inklusive) an die Dt. Krebshilfe oder PeTA. Sendet mir davon einen Beleg. Und ich schick ruckzuck die Taschen. Alles klar? Dann geht’s nach Weiterlesen zu den Taschen und den Bankverbin-dungen der Vereine.
Dornröschenschlaf in der Mode
27. November 2009Macht müde Mädchen munter: In regnerischen Novembertagen kommt die neue BLONDE Sleep Issue ganz aufgeweckt daher und lockt unter anderem mit einer von mir verfassten Story über Fashion Revivals.
Textauszug:
Today: Back in the days
Ein Ausflug zu unseren Lieblingslabels konnte dieses Jahr schon mal zum Flashback zurück in einen vergangen geglaubten juvenilen Mode-Leichtsinn führen. Denn wer von uns fühlte sich nicht beim Anblick der grobkarierten Flanellhemden bei Urban Outfitters oder den knöchelhohen Sneakers in Weiß oder Multicolor an glorreiche Jugendfotos erinnert? American Apparel ging sogar soweit, die breiten Samt- und Satin-Haargummis auszugraben, die früher dem hohen Pferdeschwanz (auch die „Palme“ genannt) die nötige Standfestigkeit verliehen und heute noch in jedem wohlsortierten Kaufhaus der Dame mittleren Alters zur Verfügung stehen. Und mittendrin ein paar Animalprints – wahlweise in Leoparden oder Zebra-Optik. Well-comeback Nineties! (…)
Notbeatmung oder Nostalgie?
Die generelle Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft und das limitierte Geschichts-bewusstsein der Jugend sind nach Meinung von Adelheid Rasche, Modehistorikerin und Leiterin der Berliner Sammlung „Modebild – Lipperheidesche Kostümbibliothek“, zwei wichtige Gründe für den Stechschritt in der Mode. So darf die Tatsache nicht vernachlässigt werden, dass ständig neue Modegenerationen heranwachsen (…). Ihnen eröffnet die Modeindustrie bisher unbekanntes Terrain und erschließt sich dadurch neue Kundschaft. Letztendlich spricht ein Mode-Comeback aber vor allem diejenigen an, denen die Trends von heute bekannt vorkommen – von früher. Die kulturellen Rückbezüge sind laut Rasche „extrem wichtige Identifikationsfaktoren, die dem Betrachter das Verstehen und das Akzeptieren des Neuen erleichtern und ermöglichen.“
Und zweifelsohne springen beim Sondieren der gesellschaftlichen Errungenschaften der letzten dreißig Jahre so einige Parallelen in Auge: In den Achtzigern gingen wir nie ohne einen klapprigen Walkman auf Reisen, heute ist der kompakte iPod unser ständiges Begleitutensil. In den Neunzigern verfolgten wir Mädchen jeden Samstag nachmittag gebannt „Beverly Hills 90210“. Inzwischen schauen die Kids von heute die neuen Folgen– zum Teil mit den Altprotagonisten Brandon, Kelly und Donna. Das Tamagotchi brachte 1997 Kinder wie Erwachsene zu Fütterspielen fernab der Realität, zwölf Jahre später versorgen einige emsige Facebook-User von uns ihre Küken bei Farmville. Auch die Boyband-Reunions von Take That und den Backstreet Boys klingen vielversprechend. Die Alben verkaufen sich – immer noch. (…)”
Alles beim Alten: die neuen Bekannten
Subsummiert man Mode also als Bestandteil von kulturellen und gesellschaftlichen Phänomen, die auf ausgereiften ästhetischen Konzepten beruhen – z.B. die griechische Säulenarchitektur bei Neubauten, der britische Kleinwagenklassiker in wiederholter Auflage oder die aktuelle Verfilmung eines alten Comicbandes, wird schnell bewusst: Mode hat wie alle anderen Designangelegenheiten immer ein historisches Erbe, das es zu ver- und bearbeiten gilt. Die Fashion DNA mutiert im Zuge der Evolution. Das konzeptionelle und textile Ausgangsmaterial entwickelt sich immer weiter. Nach Ingrid Loschek, Autorin von „Wann ist Mode?“, ist es sogar reaktionär, die Vergangenheit einfach in die Zukunft zu übertragen. Sie stellt fest, „wenn Repetitionen jedoch nichts Anderes sind als ein Zurückgreifen auf die Vergangenheit, um mit ihr Neues aufzubauen, (…) fokussieren sie die Zukunft und fallen deshalb in die Kategorie des Re-Designing.“ Und hätte sich die Mode nicht konsequent im Laufe der Zeit verändert, dann säßen wir mit der ganzen Familie wohl zu Weihnachten in der gleichen Kleidung zusammen – eine groteske Vorstellung. (…)”

