Archive for Juli, 2009

In eigener Sache: Hätte ich mehr Geld

24. Juli 2009

wunsch

Ich habe mich in letzter Zeit wirklich sehr eingeschränkt. Ist ja nicht so, dass ich mich jeden Tag in den Wahnsinn shoppe oder feiere. Der Urlaub findet dieses Jahr auch nur in Oberbayern statt (4 Tage). Und meine New Yorker Freunde geben es inzwischen auf mich zu fragen, wann ich denn nun wieder komme. Bislang konnte ich eigentlich ganz gut mit der Wirtschaftskrise leben, konnte sogar umsonst tagelang Rezensionen für politische Zeitschriften schreiben. Doch wenn irgendwann das Geld wieder fließt, dann will ich jetzt schon vorbereitet sein, für was ich es ausgebe. Jobs very welcome.

- die Ray Ban Tortoise Aviator. Die Sonnenbrille als absolutes Prestige-Accessoires der Neureichen.
- ein Print-Abo der New York Times trotz immenser Importkosten von mehreren hundert Dollar.
- mal wieder Chanel: Orange Fizz für die Nägel. Weil Manhattan die Farbe diesmal nicht hat.
- Ein großes Glas “weißes Mandelmus” von Rapunzel. Für Eddie und mich. Weil Freund Brotaufstriche für 16 Euro dekadent findet. Und ich seit drei Monaten im Biomarkt herum schleiche.
- Utensilo von Vitra – weiß und stark. Meine unerhörte Liebe seit vielen Jahren. Bald krieg ich dich rum und stopf dich voll mit feinen Sachen.

Das US-Gesundheitssystem reloaded?

24. Juli 2009

Wie es die Zeit erfordert, schrieb Paul Krugman gestern in der NYT über Obamas Reformvorhaben im Gesundheitswesen. Noch in Wahlkampfzeiten hörte sich seine Amtsaufgabe Nummer 1 auf jeden Fall so an, als sei sie schnellstmöglich im Kongress durchzubringen (* man bedenke, dass ein alleinstehender Amerikaner in New York eine Versicherungs-Prämie von 900 Dollar monatlich (!) zahlt und eine ganze Familie Kosten von 2.500 Dollar zu tragen hat. Nicht umsonst leben knapp 50 Mio. Amerikaner ohne eine Krankenversicherung). Heute kämpft Obama genauso wie Hillary Clinton, die in den Neunzigern im Auftrag ihres Mannes ein Vorhaben für eine staatliche Krankenver-sicherung ausarbeitete,  gegen einen immer größer werdenden Widerstand von Republikanern, Lobbyisten und nun auch von demokratischen Kreisen. Mehr im September, hat der Kongress doch erstmal die Abstimmung vorschoben.
Was Nobelpreisträger Krugman dazu sagt, hier in einigen Zitaten:

“To see what I mean, compare what Mr. Obama has said and done about health care with the statements and actions of his predecessor. President Bush, you may remember, was notably unconcerned with the plight of the uninsured. “I mean, people have access to health care in America,” he once remarked. “After all, you just go to an emergency room.” (…) Now President Obama is trying to provide every American with access to health insurance — and he’s also doing more to control health care costs than any previous president.”

“Many health care experts believe that one main reason we spend far more on health than any other advanced nation, without better health outcomes, is the fee-for-service system in which hospitals and doctors are paid for procedures, not results. As the president said Wednesday, this creates an incentive for health providers to do more tests, more operations, and so on, whether or not these procedures actually help patients.”

“Beyond that, I’d suggest that would-be health reformers won’t have the moral authority to confront our system’s inefficiency unless they’re also prepared to end its cruelty. (…) President Obama, by contrast, can link Medicare reform with the goal of protecting less fortunate Americans and making the middle class more secure.”

“As a practical, political matter, then, controlling health care costs and expanding health care access aren’t opposing alternatives — you have to do both, or neither.”

Hier geht’s zum ganzen Artikel.

In eigener Sache: Alles aus Zucker

23. Juli 2009

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Auf der Kirmes gewesen. Den Regenschauer unter dem Schüssel-Zelt verbracht – als einzige. Dabei: pastellfarbene Schaumgummischlangen gegessen – massig, weil es die ja nirgendwo anders gibt. Als es aufhörte zu regnen, trotzdem nass geworden: die Wildwasserbahn, das Höchste der Gefühle in punkto Fahrgeschäften – keine Zentripetal, -fugal oder sonstwas Kraft, die mir den Appetit verderben würde. Danach Magenbrot gegessen, wie früher mit Oma. Neonlichtermeer genossen und Fahrfreudige bewundert. Fruchtspieße gekauft, bevor der Stand schloß. Im Gewitter auf dem Fahrrad nach Hause. Angekommen bevor nebenan der Blitz einschlug. Ein Gefühl von gerade nochmal davongekommen sein – vor Freude die Reste verspeist. 2.000 Kalorien und ein Leben reicher.
Das war gestern. Heute Kopfweh und Übelkeit vom langsam sinkenden Insulinspiegel. Mal besser ne Spezi getrunken zum Nutella-Brötchen. Jetzt: drei schmerzhaft pochende Backenzähne und einen Zahnarzt-Onkel, der in Bayern entschlacken ist. Oh Sweetness!

I need Love – LL Cool J

22. Juli 2009

Blog War

22. Juli 2009

Vodafone hat seit Juli auch einen Blog, auf dem Mitarbeiter und freie Autoren schreiben sollen, was ihnen zu “DSL”, “Familie und Beruf” sowie “Stimmen aus Afrika” einfällt – eine doch recht willkürlliche Themenschwerpunktsetzung, wie ich meine. Auf Twitter sind die Roten übrigens auch vertreten, sowie bei StudiVZ/Facebook/MySpace. Da hat wohl ein schlauer Marketingmensch die ganze Web 2.0 Maschine in Gang gesetzt, ohne zu bedenken, was die Sinnhaftigkeit des Unterfangens anbelangt. Nun schreibt also Carmen Hillebrandt von Vodafone gut zwei Wochen nach dem Launch: “500 meist kritische Kommentare und unzählige Verlinkungen in anderen Blogs zeigen, wir haben mit der neuen Marken- und Werbekampagne eine breite öffentliche Diskussion im Netz gestartet. Das ist gut, denn genau das zeigt die Kraft des Internets.” Da wusste sie aber noch nicht, dass wenige Tage darauf noch weitaus kritischerer Kommentare folgen sollten, nachdem die Autorin Jutta Hamelmann ihr interaktives Leben als Mutter beschrieb und im letzten Absatz nebenbei auf ihr neues Handy mit Internetanschluss verwies. Die Blogger-Gemeinschaft schlug diesmal umso heftiger zurück, nannte den Eintrag “Bullshit” und sprach von schandhafter Produktwerbung (es steht ja nur groß Vodafone-Blog im Header: Was soll man da erwarten – Gespräche über Mutterschutz?). Ergebnis: Die Autorin schmeißt hin. Der Folge-Eintrag dreht sich einzig allein um Mobile Datendienste.