Die Damenschuhe von Charles Jourdan sind bekannt aus feinen Vintageläden und den in den Sechzigern wie auch heute noch unwahrscheinlich progressiven Anzeigen von Guy Bourdin. Ich meine – mal ganz ehrlich – gibt es inzwischen vergleichbare Printwerbung bei den großen Labeln? Soweit ich mich durch die Modemagazine mit den Versalien geblättert habe, nicht. Aber zurück zu den Schuhen. Die gab es ja nun ein paar Jahre lang nicht, weil das Label schlichtweg pleite war. Heute – im Jahr Zwei der globalen Wirtschaftskrise – will Jourdan jedoch zeigen, dass Traditionsmarken mit einem durchweg guten Ruf sich immer noch verkaufen lassen. Natürlich nicht ohne das Fußkleid etwas aufzupimpen, bevor es im Herbst auf der Fashionweek in Paris präsentiert wird. Als Designer hat man sich hierfür Alexandra Neel ausgesucht, die schon bei Balenciaga für die hohen Hacken verantwortlich war. Ich bin wahnsinnig aufgeregt – wegen der Schuhe, die ich mir sowieso nicht leisten werden kann, und der Anzeigen.
Info Credits: BlackBook
wel-come back, Jourdan Shoes
29. Juli 2009In eigener Sache: Royaler Ruhm und rurale Rast
29. Juli 2009

Ich sagte es schon: Es geht trotz all dem royalen Prunk der letzten fünf Jahrhunderte (Ex-Herzogtum und so) ländlich zu in Coburg. Da holt man sich Gemüse, Gerste und Gladiolen auf dem Feld. Reinigt im Baggersee Körper und Geist von den Strapazen der Nahrungsmittelbeschaffung. Und zieht sich abends zurück in die steinerne Burg, die Veste Coburg – dort, wo es kühl ist und das Grillenzirpen weit weg. Bei Sonnenuntergang schließlich legt die Fängerin im Mais die Füße hoch, seufzt: Ach, was macht die Landluft müde, und führt den schäumenden Bierkrug voller Radler zum Mund.
Superstition – Stevie Wonder
29. Juli 2009Juergen Teller für MJ
28. Juli 2009
Juergen Teller ist ein direkter Fotograf, manche würden sagen, ein grober. Vielleicht liegt es an seiner fränkischen Heimat – dort, wo so gar nichts gekünstelt ist -, dass seine Bilder ehrlich sind. Nicht perfekt, und sogar weit sublimer als die artähnlichen Werke von Richardson oder die American Apparal Anzeigen, die auch einen Dirty Glamour zelebrieren. Marc Jacobs mag diesen Stil. Er schätzt ja auch Victoria Beckham in einer übergroßen Einkaufstüte oder Donnie Darko-Bunnyohren bei Louis Vuitton. Und buchte Teller gleich wieder für seine Herbstkampagne. Das Ergebnis: sieht nach einer guten Party aus. Ganz in später Eighties-, früher Nineties-Manier.
Klassizismus in Coburg
26. Juli 2009

Ich habe 16 Jahre meines Lebens in Coburg verbracht – einer ziemlich langweiligen Kleinstadt in Oberfranken, die zugegebenermaßen nicht viele Reize zu bieten hat, wenn man zwischen 1972 und 1992 geboren wurde. Unabstreitbar prächtig ist jedoch der Schloßplatz mit den beiden klassizistischen Bauten meines Lieblingsarchitekten Schinkel: Schloß Ehrenburg und das Landestheater (das ehrlich gesagt von einem Schüler Schinkels stammt). Vor denen oder im Hofgarten, dem Park mit Veste dahinter, lässt es sich ganz wunderbar Zeit verbringen, neuerdings auch mit “Coffee to go” vom Stadtkonditor. In einigen Wochen singt hier auch der große Howard Carpendale.