Archive for April, 2009

Obama macht’s mit den Republikanern

27. April 2009

gallup Nach hundert Tagen im Amt stellt sich in einer Gallup-Umfrage von Freitag heraus, dass Obamas Aufruf zur Überparteilichkeit auf der National Convention in Boston 2004 („There’s not a liberal America and a conservative America – there’s the United States of America. There’s not a black America and a white America and Latino America and Asian America – there’s the United States of America… We are one people…” – 27. Juli 2004) und während des Wahlkampfs des vergangenen Jahres, in dem er sich als Maler, der statt in monochromem Yves-Klein-Blau auch mit roten Nuancen arbeitet und von einer „new kind of politics“ sprach, dem Ende der parteilichen Polarisierung in den USA, mehr ist als nur eine Phrase. Denn zwei Drittel der amerikanischen Bevölkerung gestehen ihm zu, mit den Republikanern zu kooperieren, auch wenn …   weiterlesen

Obamas Online-Kampagne

24. April 2009

obamawebWenn www.barackobama.com das beliebteste Reiseziel der politisch interessierten Internet-User ist, dann ist MyBO der Marktplatz dessen. Auf der als Social Community ausgerichteten Partner-Website trifft man (neue) Bekannte, es wird diskutiert und geworben – innerhalb der Mitglieder, aber auch zwischen Kampagne und Mitgliedern. Denn Obama und sein Team kommunizierten zum einen mit Hilfe der Online-Plattform mit den Usern, indem diese zum Beispiel Kommentare auf Obamas Blog hinterlassen konnten. Auf der anderen Seite mobilisierte und organisierte die Internetkampagne die Unterstützer in freiwilligen Helfergruppen, die Wahlkampf in den Innenstädten oder an den Haustüren Amerikas machten – mit dem Ziel unentschiedene Wähler von Obama zu überzeugen.

Einer von ihnen ist der 37-jährige Webdesigner Mario Champion. Er verbrachte seine Wochenenden vor der Wahl damit, Barack Obama in seiner Nachbarschaft im Süden Austins in Texas – seines Zeichens „Bush-Land“ – zu promoten: „One of 10 captains in precinct 461, Champion knocked on the doors of 60 adresses ladled out from the Obama campaign‘s online precinct-captain training tool, a web application that manages volunteer canvassers and tracks their efforts. Once Champion and the other precinct captains returned from their ‘block walks’, they entered the results of their expeditions back into the database, logging which households had Obama boosters, who’s caucusing, and who’s willing to volunteer.“ Champion ist nur einer von fast einer Million Mitglieder von www.mybarackobama.com. Sie alle sind die Träger eines gigantischen Grassroot Campaignings, das …   weiterlesen

5.000.000 US-Dollar

22. April 2009

lempicka
Sogar für meine Lieblingsmalerin Tamara de Lempicka. Ich meine, bei allem Respekt für ihren Duktus und wie gerne ich dieses Bild besitzen würde, was rechtfertigt diesen Betrag? Und überhaupt: Warum verkauft der größte deutsche Sammler W. Joop seinen Schatz- braucht er Geld?

Pulitzer Preis

22. April 2009

Am Montag wurden die ehrenwerten Preise wieder vergeben. Größter Abräumer war die New York Times, die insgesamt fünf der 14 Preise unter anderem für “Enthüllungsjourna-lismus”, “Breaking News” und “Auslandsberichterstattung”gewonnen hat. Und für das beste Foto: Obama kurz vor der Wahl im strömenden Regen im Battleground State Pennsylvania. Ich kann mich noch gut erinnern, wie mich das Bild fesselte, als ich es Ende Oktober in der U-Bahn, Linie R downtown, zum ersten Mal gesehen habe. Und daran dachte, wie meine Freundin Lauren gerade an den Türen des kleinstädtischen und ländlichen Staates klopfte, um von Obama zu überzeugen. Das Ergebnis wird die Times freuen, schließlich kämpft sie seit langem mit finanziellen Probleme. Wohl auch weil die Website viel zu gut ist. Die “Washington Post” und die “Los Angeles Times” bekamen je nur einen Preis. Erstmals waren auch Online-Medien zugelassen.

Obama Chester

Wir haben unsere Unschuld verloren

21. April 2009

Vor zehn Jahren hörte ich nichts außer Hip Hop und verbrachte meine Zeit backstage bei Konzerten – meist sternhagelvoll. Dass ich mit der Spraydose in der Hand fremdes Eigentum mutwillig zerstörte und jeden zweiten Tag bei McDonalds aß, war mir egal. Was ich später werden wollte? Irgendwas in der Plattenindustrie oder Designerin. Ich kam mir damals unglaublich cool vor.

Vor fünf Jahren zog ich nach Düsseldorf – wegen eines Geschichts- und Politikstudiums. Eine Option, von der ich lange meinte, dass diese niemals für mich in Frage käme. Ich lernte neue Leute kennen, trug Röhrenjeans und Pumps statt der Hosen meines Vaters zu den neuesten Nike Air Max. Und genoss das Studentenleben. Mittags ins Wohnheim zu Wodka mit Brause und jeder Menge Zigaretten. Ich hatte ja alle Zeit der Welt.

Heute merke ich, dass das Leben nicht mehr so unbeschwert ist wie früher. Ich finde Erfüllung in dem, was ich tue, und habe meine Ausdrucksweise gefunden, nach der ich lange gesucht habe. Dafür lasse ich …  weiterlesen